Nach Granate im Po Arzt packt aus: Das steckte schon alles in meinen Patienten
Am vergangenen Mittwoch (21.12.2022) sorgte ein 88-jähriger Franzose für großes Aufsehen und mächtig Diskussionsbedarf. Denn: Er hatte ein 20 Zentimeter lange Granate aus dem Ersten Weltkrieg in seinem Hintern stecken. Um die Kriegswaffe sicher entfernen zu können, wurde mal eben das gesamte Krankenhaus evakuiert. Jetzt packt ein deutscher Arzt aus, was für komische Dinge er bereits aus Patienten entfernen musste.
Frankreich lacht über A***h-Bombe
Noch immer amüsiert sich ganz Frankreich über die Meldungen aus Toulon. „Es ist Unsinn und es bringt dich zum Lachen“, sagt ein Mann, als er ein Bild der Granate gezeigt bekommt. „In Frankreich, da macht man aus Krieg Liebe“, so ein anderer. Es scheint so, als hätte jeder von der Waffe aus dem ersten Weltkrieg mitbekommen.
Das Krankenhaus will sich noch nicht genauer zu dem Vorfall äußern, aus Patientenschutz heißt es. Die Bilder der Granate sind heimlich an die Öffentlichkeit gelangt. Ob ein öffentliches Statement folgt, ist bislang ungeklärt. Dem 88-jährigen Patienten gehe es aber wieder gut.
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Dr. Wedemeyer: "Wir haben hier schon einige Dinge gefunden"

Dass sich Menschen immer wieder ungewöhnliche Gegenstände in den Körper führen, die nicht dazu geeignet sind, kann Dr. Jochen Wedemeyer aus Gehrden (Niedersachsen) bestätigen. Er ist Gastroenterologe im KRK Klinikum Robert Koch und beschäftigt sich auch mit der Entfernung von Dingen aus dem Verdauungstrakt. Er sagt, dass er zum Beispiel schon ganze Haarspray-Dosen operativ entfernen musste: „Das ist ja auch ganz interessant, das mal an anderen Stellen zu finden und nicht nur im Schrank, sondern im Darm.“ Auch ein Käfig-ähnlicher Gegenstand kam anscheinend schon vor. Seine Kollegen haben bereits Puppenköpfe oder Cola-Flaschen in den Patienten gefunden. „So etwas bleibt einem schon in Erinnerung.“
Und der Arzt hat auch schon die wildesten Erklärungen gehört, wie die Dinge angeblich im Darm gelandet sind. „Einige sagen ‘Ich bin ausgerutscht’, andere sagen ‘Das lag so auf dem Sofa und ich hab mich drauf gesetzt’.“ Doch manche Patienten gehen ganz offen mit der Situation um und geben zu, dass es beispielsweise bei sexuellen Experimenten zu einem Unfall gekommen sei.
Objekte schwieriger zu entfernen als einzuführen
Für die Entfernung von großen Fremdkörpern aus dem Patienten gibt es keine bestimmten Geräte. Deswegen arbeite man meistens mit einem Endoskop und den Hilfsmitteln, die einem gerade zur Verfügung stehen. Dr. Wedemeyer sagt, dass Einkerbungen besonders hilfreich seien, damit man Halt an den Gegenständen hat.
Außerdem erzählt er, dass sich die Entfernung der Objekte häufig schwieriger gestaltet, als man zunächst vielleicht denkt. Besonders große Kugeln seien eine Herausforderung, da oftmals die Hilfsmittel zu klein sind, damit man sie gut entfernen kann. Denn sobald man mit Gleitmittel arbeite, verliere man schnell den Halt, so Wedemeyer. „Man hat ja nicht nur das Ding, was raus muss, sondern auch die Geräte, die das irgendwie festhalten“, verrät er.
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Auch Flaschen seien kompliziert zu entfernen. Dort spielt der Unterdruck eine große Rolle, so der Gastroenterologe: „Sie können das zwar fassen, das Ding, mit irgendeiner Schlinge, aber Sie kriegen das nicht gezogen.“ So groß sei der Gegendruck des Körpers. (lbr)





























