Jetzt aber mal ehrlich: Schon mal gelogen beim Arzt? „Jaaa doch, ja doch vielleicht schon ja." „Ich würde nicht sagen direkt gelogen. Vielleicht ein bisschen übertrieben. Also zum Beispiel, wenn es so geht und man braucht unbedingt eine Krankschreibung." „Ich messe oft Blutdruck, aber nicht jeden Tag, wie es der Arzt vorgeschrieben hat. Und wenn die Ärztin sagt, Messen Sie regelmäßig Blutdruck? Antworte ich natürlich mit Ja."
Laut einer aktuellen Studie nimmt es etwa jeder Dritte beim Arzt nicht ganz so genau mit der Wahrheit. Vor allem bei vermeintlich unangenehmen Themen wie beim Gewicht, beim Zigaretten- oder Alkoholkonsum, wird geflunkert was das Zeug hält. Das kommt uns vielleicht harmlos vor, kann aber auch ganz schnell ganz schön gefährlich werden. „Man weiß, Menschen, die zum Beispiel Alkoholiker sind und viel Alkohol trinken, dass die einen höheren Bedarf an Narkosemitteln haben. Auch bei Schlafmitteln und bei Beruhigungsmitteln gilt das. Und wenn man das also nicht angibt, dann kann es sein, dass die Narkose nicht so gut ist, dass man immer wieder nachspritzen muss. Das verhindert oder behindert den normalen Ablauf der Operation. Das wollen Sie ja nicht. Sie wollen ja gut operiert werden." Generell gilt also: Vor unserem Arzt sollten wir schon ehrlich sein.
„Der Arzt ist Profi, der kann schon damit umgehen und der ist nicht dazu da, sie moralisch zu belehren. Das wird er nicht tun, sondern der will Ihnen ja helfen. Dazu muss er aber Ihre Aufrichtigkeit haben. Und deswegen kann ich nur dazu raten: Versuchen Sie, ein gutes Verhältnis mit Ihrem Arzt aufzubauen. Wenn Sie einen gefunden haben, dann behalten Sie ihn. Dann schätzen Sie dieses Verhältnis. Der Arzt wird auch das Patientenverhältnis andersherum sehr schätzen."
Ja, denn auch im Sprechzimmer gilt: Ehrlich währt immer noch am längsten und ist in diesem Fall auch am sichersten.