Schule ignorierte mehrere Warnungen

Schulleiter entlassen nachdem Sechsjähriger auf seine Lehrerin schießt

Der Umgang der Schule mit der Schießerei wurde von den Behörden als "vorsätzlich" eingestuft.
Der Umgang der Schule mit der Schießerei wurde von den Behörden als "vorsätzlich" eingestuft.
JC JJ bsc, dpa, John C. Clark

In Virginia schießt ein Sechsjähriger Anfang Januar nach einem Streit gezielt auf seine Lehrerin. Der Schuss geht durch ihre Hand, in die Brust und verletzt sie lebensgefährlich. Die „Washington Post“ berichtet danach, dass die Schule Warnungen der Lehrerin ignorierte. Denn der Junge soll zuvor damit gedroht haben, eine andere Lehrerin der Schule anzuzünden. Und auch am Tag der Schießerei soll mehrmals an die Schule herangetragen worden sein, dass der Junge eine Waffe dabei hat – jetzt wurde der Schuldirektor entlassen.

Schießerei soll „vollständig vermeidbar“ gewesen sein: Grundschule steht massiv in der Kritik

Abigail Zwerner unterrichtete eine erste Klasse, als der Junge eine Handfeuerwaffe zog, die seiner Mutter gehörte, und auf sie schoss. Er traf die Lehrerin zuerst in die Hand, die sie zur Verteidigung hochhielt, und dann in die obere Brust. Die Richneck-Grundschule in Newport News im US-Bundesstaat Virginia steht seitdem stark in der Kritik.

Die Eltern waren bereits empört, als der Schulleiter George Parker erklärte, dass die Schule einen Hinweis erhalten habe, der Junge hätte am Tag der Tat eine Waffe dabei gehabt, bei der Durchsuchung der Schultasche sei sie aber nicht gefunden worden, berichtet „Fox News“. Auch die Anwältin der angeschossenen Lehrerin kritisiert die Grundschule stark: „An diesem Tag wurde die Schulverwaltung innerhalb weniger Stunden drei Mal – drei Mal – von besorgten Lehrern und Angestellten gewarnt, dass der Junge in der Schule eine Waffe bei sich hatte und Menschen bedrohte“, so die Anwältin Diane Toscano. Und ergänzt, dass die Schießerei „vollständig vermeidbar“ gewesen sei.

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Die Schulbehörde stimmt kurz nach den Anschuldigungen der Anwältin über den Verbleib des Direktors ab: Mit fünf zu eins Stimmen entscheiden sie sich für die Kündigung von George Parker. Auch sein Stellvertreter gibt seinen Posten freiwillig ab. Der Bürgermeister von Newport News, Phillip Jones, begrüßt die Entscheidungen, denn es sei wichtig „einen dynamischen, neuen Leiter für unser öffentliches Schulsystem einzustellen – einen, der uns helfen wird, zu heilen und die notwendigen Änderungen voranzutreiben, um unsere Schulen sicherer zu machen für alle".

Im Video: Eltern des Sechsjährigen verteidigen sich

Schüler (6) schießt auf seine Klassenlehrerin Eltern verteidigen sich
01:36 min
Eltern verteidigen sich
Schüler (6) schießt auf seine Klassenlehrerin

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Grundschule in Virginia: Lehrerin soll vor Sechsjährigem gewarnt haben

Die 25-jährige Lehrerin, deren Zustand inzwischen stabil ist, soll außerdem schon vor der Schießerei vor dem Sechsjährigen gewarnt haben. Zwerner habe die Schulleitung um Hilfe gebeten, weil der Junge unter anderem damit gedroht habe, eine andere Lehrerin anzuzünden, um sie sterben zu sehen. Offenbar wurden diese Beschwerden von der Grundschule heruntergespielt, so die „Washington Post“.

Der Junge befindet sich nach einem Haftbefehl Anfang des Monats weiterhin in einer medizinischen Einrichtung. Die Familie des Schülers meldete sich diese Woche zum ersten Mal zu Wort und sagte, die Waffe sei „gesichert" worden, bevor der Junge sie mit zur Schule nahm. (jjä)