Mädchen trennte sich beim Spielen von den anderen Kindern

Vermisste Julia S. gefunden: Wie konnte die Achtjährige einfach so im Wald verschwinden?

13. Oktober 2021 - 18:31 Uhr

Ausgangspunkt der Suche war ein Waldweg

Aufatmen bei Familie, Freunden und Hunderten Helfern: Julia S. aus Berlin ist wieder aufgetaucht. Die Suche nach der achtjährigen Julia habe auf einem Weg begonnen, erklärt Polizeisprecher Florian Beck im RTL-Interview. "Da, wo Julia sich von den beiden Jungen getrennt hat." Bei einer Wanderung im Böhmerwald war die achtjährige Berlinerin spurlos verschwunden. Wie kann es sein, dass ein Mädchen einfach so im Wald verschwindet?

Böhmerwald: Die Kinder liefen beim Wandern immer wieder vor

Achtjähriges Mädchen aus Berlin wurde nach Wanderung an Deutsch-Tschechischer Grenze vermisst.
Nach einer Wanderung war Julia für 45 Stunden spurlos verschwunden.
© Privat

Der Fall Julia S. bewegte Deutschland und Tschechien. Die Achtjährige war Sonntagnachmittag mit ihren Eltern, ihrem sechsjährigen Bruder und ihrem neunjährigen Cousin auf einer Wanderung am Berg Chercov im Böhmerwald unterwegs, als sie plötzlich verschwand.

Polizeisprecher Florian Beck erklärte während die Suche lief, dass sich ihre Spur dort verloren habe, wo die Jungen sie das letzte Mal gesehen hätten. Danach habe es keine Hinweise mehr zu ihrem Aufenthaltsort gegeben. Es habe nicht einmal Hinweise darauf gegeben, wo sich das Kind zwischenzeitlich befunden habe. Es hätten mehrere Befragungen der Familie stattgefunden, so der Sprecher.

Waldmünchen: Julia blieb nach ihrem Verschwinden in Bewegung und lief durch den Wald

Die Kinder seien wohl, nach Informationen der Polizei, immer wieder vorausgelaufen und hätten so den Blickkontakt zu den Eltern verloren. Julia sei dann auch ohne die beiden Jungen weitergelaufen, so hätten die Kinder sich getrennt. Ihr Bruder ( 6 ) und ihr Cousin konnten bei den Befragungen deshalb wohl auch keine genauen Angaben machen, wo Julia hingelaufen sei. Dann muss das Mädchen die Orientierung in dem Urwald verloren und sich verlaufen haben. Bäume geben keine Anhaltspunkte, wie beispielsweise Häuser oder Geschäfte, da sie sich optisch kaum unterscheiden.

Der Böhmerwald ist einer der letzten Urwälder Europas. Dort ein verlaufenes Kind zu finden, ist keine leichte Aufgabe. "Wir haben hier sehr steile Lagen, teilweise abschüssiges Gelände, dicht bewaldet, was es auch für Hubschrauber und Drohnen schwer macht, von oben reinzublicken", erklärt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Florian Beck, im RTL-Interview. Es sei schwierig, zu sehen, was sich unter den Baumkronen verbirgt.

Aber die Rettungskräfte haben nicht aufgegeben, nach dem vermissten Kind zu suchen – mit Erfolg. Nach 45 Stunden fand der tschechische Förster Martin Semecky Julia S. völlig erschöpft. "Nach ersten Vermutungen wird davon ausgegangen, dass die Achtjährige immer wieder in Bewegung war und dabei mehrere Kilometer zu Fuß im Wald zurücklegte", so die Polizei. (mca)