Neue Spätfolge entdeckt?

Frauen berichten: "Corona hat meine Periode verändert!"

unbekannt
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19. Dezember 2020 - 9:33 Uhr

Verändert sich die Menstruation nach der Corona-Infektion?

Hat eine Covid-19-Erkrankung Auswirkungen auf die Menstruation? Davon berichten nun zumindest einige Frauen, die seit ihrer durchgestandenen Infektion an unregelmäßigen Zyklen, ungewöhnlicher Gerinnung ihres Periodenbluts oder stärkeren PMS-Symptomen leiden. Wir haben eine Gynäkologin gefragt, was es mit der möglichen neuen Corona-Spätfolge auf sich haben könnte.

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Frauen erzählen, wie die Krankheit ihre Monatsblutung verändert hat

"Meine Periode hat sich verändert - Häufigkeit, Länge, Fluss, Intensität und Schmerzlevel", erzählt eine Betroffene gegenüber "Medical News Today". "Und ich merke, dass meine Covid-Symptome kurz vor der Periode wieder aufflammen, was total verwirrend ist, weil meine Menstruation so unregelmäßig kommt." Eine weitere Frau, die sich im März mit Corona infiziert hatte, berichtet, dass ihre Menstruation zwei Monate später komplett ausgefallen sei. In den Folgemonaten sei ihre Periode dafür extrem lang gewesen, die Blutung habe immer wieder aufgehört und dann wieder angefangen. Und eine weitere Betroffene schildert, sie habe Monate nach Corona eine ungewöhnliche Gerinnung ihrer Monatsblutung bemerkt.

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Erste Studien auf den Weg gebracht

Auch die Wissenschaft ist bereits auf die bisher wenig bekannte mögliche Corona-Folge aufmerksam geworden. Forscher der chinesischen University of Science and Technology in Wuhan werteten die Daten von 237 Frauen im gebärfähigen Alter aus, die nach einer Corona-Infektion Veränderungen ihres Zyklus bemerkten. Ein Fünftel der an Covid-19 erkrankten Studienteilnehmerinnen hatte dabei stärkere und längere Perioden als vor der Erkrankung. Die Forscher konnten bei den Betroffenen keinen Anstieg an Sexualhormonen im Vergleich zur Kontrollgruppe und keine Veränderung der Eierstockreserve feststellen. Was steckt also hinter den Symptomen? "Die veränderte Menstruation der Patientinnen könnte die Folge vorübergehender Schwankungen der Sexualhormone sein, die auf einer Unterdrückung der Eierstockfunktion beruhen könnten", mutmaßen die chinesischen Wissenschaftler.

Kann Corona die Periode verändern? Das sagt eine Gynäkologin

Wir haben bei der Gynäkologin Dr. Annette Maleika nachgefragt. Sie sagt: Zyklusveränderung können generell im Zusammenhang mit Stress-Situationen – und dazu zählt eben auch eine Corona-Infektion – auftreten. "Stress steigert die Cortisol-Produktion und diese kann die Produktion der weiblichen Hormone wiederum beeinflussen. Durch das veränderte Gleichgewicht kommt es zu Zyklusstörungen", erklärt uns die Ärztin. "Diese Symptome können auch nach Operationen, anderen Infektionen oder in starken Stress-Situationen auftreten."

Die Aussagekraft der chinesische Studie schätzt die Expertin aufgrund der mittelmäßigen Anzahl der untersuchten Patientinnen als begrenzt ein. "Aber sie zeigt eine Tendenz zu kurzfristig bestehenden Zyklusveränderungen in Folge einer Covid-Erkrankung auf." Menstruationsstörungen als Corona-Folge hält die Frauenärztin daher für plausibel.

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