Neue EU-Richtlinie

Bald zwei Wochen Extra-Urlaub für Väter?

22. Juli 2019 - 9:42 Uhr

Zwei Wochen zusätzlich Urlaub für Väter?

Eine neue EU-Richtline sieht vor, dass auch Väter mit der Geburt ihres Kindes zwei Wochen frei kriegen sollen - und das zusätzlich zum Jahresurlaub. Väter sollen sich damit mehr um ihre Kinder kümmern können. Die Bundesregierung muss die Regelung nun bis 2022 in Deutschland einzuführen. Unklar ist noch, ob der Vaterschaftsurlaub von der Zeit einer späteren Elternzeit abgezogen wird.

Väter sollen sich mehr an der Betreuung des Kindes beteiligen

Die neue Richtlinie der Europäischen Union ist am 1. Juli in Kraft getreten. Sie stärkt die Rechte von Arbeitnehmern beim Thema Mutterschutz, Elternzeit und bei der Pflege von Angehörigen und führt hierfür EU-weite Mindeststandards ein, das berichtet unter anderem die "Tagessschau". Außerdem garantiert sie Vätern zehn bezahlte Tage Vaterschaftsurlaub.

Ziel sei es, so das Nachrichtenportal, einen Anreiz für Väter zu schaffen, sich mehr an der Betreuung ihrer Kinder zu beteiligen. Wiederrum soll dadurch die Beschäftigungsquote für Frauen angehoben werden. Bisher mussten sich Väter zur Geburt ihres Kindes oft regulär Urlaub nehmen.

Elternzeit und Vaterschaftsurlaub sind zwei unterschiedliche Dinge

Die neue EU-Richtlinie muss die Bundesregierung nun binnen drei Jahren in nationales Recht umsetzen. Da Deutschland bereits die Standards bei Mutterschutz, Elternzeit und Pflege von Angehörigen erfüllt, werde nur eine Verbesserung beim Thema Vaterschaftsurlaubs erwartet, heißt es. 

Wie die Bundesregierung die neuen Vorgaben nun umsetzen wird, ist noch unklar. Möglich sei auch eine Verrechnung mit der Elternzeit. Dort erfülle Deutschland bereits die Mindeststandards, so der Bericht. Demnach könnten die zehn Tage mit der Elternzeit verrechnet werden. Das wiederrum kritisiert die Bundestagsabgeordneten Franziska Brantner von den Grünen. Ziel der Richtlinie sei es nämlich, dass "Vaterschaftsurlaub und Elternzeit unterschiedliche Dinge sind", zitiert sie "Tagesschau.de".