Eigene Kinder und Eltern bei Brand in Silvesternacht verletzt

Vater soll Haus angezündet haben - ehemaliger Schulkamerad: "Als Kind wollte er Verbrecher werden"

Eigene Kinder und Eltern bei Brand an Silvester verletzt Zündete Vater Haus an?
01:38 min
Zündete Vater Haus an?
Eigene Kinder und Eltern bei Brand an Silvester verletzt

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von Denise Kylla und Anne Schneemelcher

Wie kann ein Vater seiner Familie so etwas antun? Ein 35-jähriger Mann aus Thüringen steht im Verdacht, in der Silvesternacht einen Brand gelegt zu haben. Dabei wurden fünf Menschen zum Teil schwer verletzt. Unter den Opfern waren auch die beiden Kinder des mutmaßlichen Brandstifters. Jetzt packt ein ehemaliger Schulkamerad über den Mann aus – was er enthüllt, ist kaum zu fassen.

Wohnhausbrand in Pottiga
In Pottiga (Thüringen) wurden fünf Menschen bei einem Wohnhausbrand verletzt - darunter auch zwei Kinder.
Nonstop

Pottiga: Zündete der Familienvater das Haus seiner Eltern an?

Zuerst sieht es noch wie ein Unfall aus. Ein Haus in Pottiga, einem Ortsteil von Rosenthal am Rennsteig, steht an Silvester lichterloh in Flammen, die Feuerwehr rettet eine Frau und die zwei Kinder aus einem Dachfenster, das berichtete „Nonstop“. Zwei weitere Personen – offenbar die Eltern des später Verdächtigen – hätten sich selbständig aus den Flammen retten können, heißt es. „Sie wurden beide mit schwersten Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht“, erfuhr RTL-Reporterin Anne Schneemelcher von der Polizei.

Doch dann die dramatische Wende. Noch während des laufenden Einsatzes, wird der Familienvater festgenommen. Er steht im Verdacht, den Brand gelegt und das Leben seiner vier Familienmitglieder gefährdet zu haben. Grausam: Der Hund soll bei dem Vorfall ums Leben gekommen sein. „Der 35-jährige Tatverdächtige soll erst vor einem Jahr mit seiner Frau und seinen zwei Kindern hier in das Haus seiner Eltern gezogen sein. Die Kinder sind ein und fünf Jahre alt“, fand unsere Reporterin heraus. Weshalb dem Mann jetzt die Sicherung durchgebrannt sein sollen – kein Anhaltspunkt.

Ehemaliger Schulkamerad spricht über den mutmaßlichen Brandstifter aus Pottiga

Stefan Seehafer ist mit dem Tatverdächtigen zur Schule gegangen.
Stefan Seehafer ist mit dem Tatverdächtigen zur Schule gegangen.
RTL

Jetzt meldet sich der ehemalige Schulkamerad Stefan Seehafer im RTL-Interview zu Wort. Der Verdächtige sei schon als Kind merkwürdig gewesen, packt er aus. "Als wir noch jünger waren, hat er gesagt, wenn er mal Erwachsen ist, wird er eh Verbrecher“, erinnert er sich. Wenn man sich nun ansehe, was ihm vorgeworfen werde, bekäme die Aussage für ihn einen faden Beigeschmack, so Seehafer. Er habe schon länger keinen Kontakt mehr zu seinem ehemaligen Schulfreund gehabt, sei über Neujahr nur in der Stadt, um die Familie zu besuchen.

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Nachbarin aus Pottiga berichtet über Polizeieinsatz beim Verdächtigen

Auch Anwohnerin Stefanie Lautenschläger war mit dem mutmaßlichen Brandstifter auf der Schule. Mittlerweile ist sie die Nachbarin der Familie. Seine Eltern hätten schon seit 1993 in dem Haus gewohnt. Ihr ehemaliger Schulkamerad sei mit seiner Familie vor einem Jahr eingezogen, bestätigt sie. Oberflächlich habe er sich ganz gut verhalten, wenn man ihm begegnet sei. Aber: „Bei denen (dem Verdächtigen und seiner Frau, Anm. d. Red.) ist es immer eskaliert. Sobald die Tür zuging, war alles anders.“ Es habe häufig Streit gegeben, auch die Polizei sei schon da gewesen, sagt sie.

Stefanie Lautenschläger ist die Nachbarin des mutmaßlichen Brandstifters. Der Mann soll früher in ihrer Clique gewesen sein.
Stefanie Lautenschläger ist die Nachbarin des mutmaßlichen Brandstifters. Der Mann soll früher in ihrer Clique gewesen sein.
RTL

Trotzdem habe sie sich nicht vorstellen können, dass die Situation derart außer Kontrolle geraten könnte. Der 35-Jährige habe immerhin früher zu ihrer Clique gehört, als sie Teenager waren. „Er war immer schon etwas anders als andere“, so Lautenschläger.

Feuer in Pottiga konnte bis zum Morgen nach Silvester gelöscht werden

Die Einsatzkräfte konnten das offenbar selbst gelegte Feuer bis zum Morgen nach Silvester löschen. Danach sei das Haus mit Wärmebildkameras auf Glutnester untersucht worden. Der Bürgermeister der Gemeinde, Alex Neumüller, ist selbst Feuerwehrmann. Er bedankte sich bei allen, „die von den Silvesterfeierlichkeiten aufgesprungen sind, um zu helfen“. Die Ermittlungen dauern an.