33-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft

Vater soll Baby zu Tode geschüttelt haben: Urteil erwartet

Der Angeklagte im November 2021 vor Gericht.
Der Angeklagte im November 2021 vor Gericht.
© RTL Nord

14. Dezember 2021 - 9:33 Uhr

Säugling soll massive Hirnblutungen erlitten haben

Ein 33-Jähriger muss sich wegen Totschlags vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Ende März soll er den knapp drei Monate alten Jason so stark geschüttelt haben, dass der Säugling massive Hirnblutungen erlitt. Die Mutter des Kindes war zu diesem Zeitpunkt nicht in der Wohnung. Der kleine Jason soll blau angelaufen sein, sodass der Vater den Notarzt rief. Der Junge starb fünf Tage später. Am Dienstag wird ein Urteil erwartet.

Gutachter kamen zu einem Ergebnis

Das Paar ist überzeugt: Ihr Sohn habe sich beim Milchtrinken verschluckt. Außerdem sei der Kleine einen Tag vor seinem Tod geimpft worden. Doch drei unterschiedliche Gutachter kamen zu einem Ergebnis: Es muss ein Schütteltrauma gewesen sein. Nicht nur der Abriss der Brückenvene, sondern auch Nervenzellschäden, Hirnblutungen, Sauerstoffmangel und Einblutungen im Rückenmark würden das zeigen. Eine der Rechtsmedizinerinnen hob außerdem noch eine bandförmige Verletzung zwischen Kinn und Lippe hervor. Das sei nicht einem Zusammenstoß zuzuordnen, "es sieht mehr aus wie eine Quetschung."

33-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft

Vor Jasons Geburt soll der Vater Drogen- und Alkoholprobleme gehabt haben. Seit seiner Festnahme am 1. April sitzt er in Untersuchungshaft.Jedes Jahr erleiden in Deutschland nach Schätzungen 100 bis 200 Babys und Kleinkinder ein Schütteltrauma infolge von Misshandlungen. "Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können", warnt das 2017 gegründete Bündnis gegen Schütteltrauma. Demnach sterben 10 bis 20 Prozent der betroffenen Kinder an den Folgen. (dpa/rri)