Das Baby hat überlebt

Überwachungskamera filmt alles: Mutter (18) wirft Neugeborenes in Müllcontainer

Mutter (18) wirft Neugeborenes in Müllcontainer Das Baby hat überlebt
01:30 min
Das Baby hat überlebt
Mutter (18) wirft Neugeborenes in Müllcontainer

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Von Christina Warnat

Ladenbesitzer Joe Imbriale, dessen Überwachungskamera die unfassbaren Szenen filmte, ist mit den Nerven völlig runter. „Das hätte nicht passieren dürfen. Es gibt andere Wege, ein Baby abzugeben, man wirft es nicht einfach in den Müll, das tut man nicht.“ Bei den Worten kommen dem Mann die Tränen, er muss abbrechen. Die Aufnahmen und seine Reaktion – im Video.

Erst fünf Stunden später fanden Passanten das Baby zufällig im Müll

Am 07. Januar 2022 fährt ein weißer Wagen auf den Parkplatz in der Nähe des „JCPenney“-Stores in Hobbs (US-Bundesstaat New Mexico), hält vor drei mittelgroßen, grünen Containern. Eine Frau steigt aus, sie öffnet die hintere linke Tür zur Rückbank, holt einen schwarz glänzenden Beutel heraus und wirft ihn im hohen Bogen in den Müll. Dann fährt sie davon. Eine alltägliche Szene, sollte man meinen. Doch in dem Sack befindet sich ein neugeborenes Baby. Es lebt. Zeitstempel der Aufnahme: circa 14 Uhr.

Drei Passanten kommen vorbei, eine Frau hebt das Kind aus dem Müllsack, nimmt es in den Arm, trägt es herum. Momente, die ebenfalls von Joe Imbriales Überwachungskamera gefilmt werden, fast sechs Stunden, nachdem die Frau das Bündel „entsorgt“ hatte. Der Zeitstempel zeigt 19:45 Uhr am Abend, es ist bereits dunkel. An diesem Tag herrschten in New Mexiko Außentemperaturen um die 30 Grad Celsius. „Zum Glück haben die Leute containert und es herausgeholt. Sie wussten gar nicht, was in dem Sack war“, so der geschockte Geschäftsmann.

Zustand des neugeborenen Jungen zurzeit stabil

Das Baby hatte die Nabelschnur noch am Körper, sagte ein Sprecher bei einer Pressekonferenz des „Hobbs Police Department“. Der neugeborene Junge sei zunächst ins Krankenhaus von Hobbs gebracht und anschließend zur weiteren Behandlung per Hubschrauber in eine Klinik in Texas transportiert worden, wo er weiter versorgt werde. Sein Zustand sei derzeit stabil.

Die Zeugen, zwei Männer und eine Frau, die den Säugling gefunden hatten, hatten Schreie gehört und zunächst angenommen, es handele sich um einen Hund oder ein Kätzchen, hieß es bei der Pressekonferenz der Polizei von Hobbs. Daraufhin hätten sie den Müllsack geöffnet und die schreckliche Entdeckung gemacht.

Junge Mutter habe nichts von Schwangerschaft bemerkt, sei in Panik geraten

Der Polizei sei es zügig gelungen, den Wagen ausfindig zu machen und die Mutter des Kindes zu identifizieren. Alexis A., 18 Jahre, wohnhaft bei ihren Eltern in Hobbs. Die Mutter selbst habe ihre Tochter zur Polizeiwache gefahren, nachdem die Ermittler sie telefonisch wegen des Vorfalls kontaktiert hatten. Alexis habe gestanden, das Kind an einem anderen Ort zur Welt gebracht zu haben und in Panik geraten zu sein. Von der Schwangerschaft will sie bis zum Augenblick der Geburt nichts bemerkt haben, auch die Eltern verneinen, Kenntnis davon gehabt zu haben. Lediglich die „Magenprobleme“ ihrer Tochter seien den beiden aufgefallen.

Nach der Geburt habe Alexis nicht gewusst, was sie tun oder wen sie anrufen solle. Die 18-Jährige habe zugegeben, die Nabelschnur durchtrennt, den Säugling in ein Handtuch gewickelt, in einen Müllbeutel gesteckt und diesen in einen weiteren Müllbeutel gelegt und anschließend in den Container geworfen zu haben. Ob ihr klar gewesen sei, was dem Baby möglicherweise hätte passieren können, habe ein Officer die junge Frau gefragt. Daraufhin habe Alexis geschwiegen. Nun muss sie sich vor Gericht wegen versuchten Mordes und Kindesmisshandlung verantworten. Ermittler wollen demnächst mit dem Vater des Jungen sprechen, um die genauen Hintergründe des Falls klären zu können.

Hier bekommen Betroffene in Krisensituation Hilfe

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