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USA: Gehalt in öligen Münzen mit dem Laster geliefert - Ex-Chef wird wegen Rache verklagt

Mehrere Verstöße gegen das Arbeitsrechtgesetz

Das letzte Gehalt in öligen Münzen mit dem Laster geliefert: Ex-Chef wird wegen Rache verklagt

In einer Hand liegen verschiedene Dollar-Münzen. Weil er sich an seinem Mitarbeiter rächen wollte, ließ ein Werkstatt-Chef das letzte Gehalt nach der Kündigung in öligen Münzen liefern.
Weil er sich an seinem Mitarbeiter rächen wollte, ließ ein Werkstatt-Chef das letzte Gehalt nach der Kündigung in öligen Münzen liefern.
dpa, A2800 epa Shawn Thew

von Eugen Epp

Sein letztes Gehalt nach der Kündigung bekam ein Mitarbeiter einer Autowerkstatt in öligen Cent-Münzen ausgezahlt. Es war nicht die einzige zweifelhafte Methode des Chefs, der nun rechtliche Konsequenzen zu fürchten hat.

Nach der Kündigung wartete Flaten lange auf sein letztes Gehalt - und bekam es in öligen Cent-Stücken

Miles Walker ist ganz eindeutig ein Chef von jener Sorte, wie man ihn sich nicht wünscht. Walker gehört eine Werkstatt für Luxus-Autos in Peactree City im US-Bundesstaat Georgia. Und ein guter Umgang mit Mitarbeitern scheint nicht zu seinem Führungsstil zu gehören – erst recht nicht mit solchen, die kündigen. Das musste Andreas Flaten leidvoll erfahren.

Der 27-Jährige hatte im November seinen Job in der Werkstatt gekündigt. Das kam bei seinem Chef offenbar alles andere als gut an. Monatelang musste Flaten auf sein letztes Gehalt in Höhe von 915 US-Dollar warten. Schließlich wandte er sich mit einer Beschwerde an das Arbeitsministerium in Georgia. Das brachte Walker immerhin dazu, das Gehalt auszuzahlen – allerdings in einzelnen, öligen Cent-Stücken. Nun muss der Werkstattbetreiber juristische Konsequenzen befürchten. Er wird wegen Verstößen gegen das Arbeitsrechtgesetz angeklagt, teilte das Arbeitsministerium mit.

228 Kilo Pennies lädt ein Laster vor dem Haus des ehemaligen Mitarbeiters ab

Die dreiste Auszahlung des letzten Gehalts an seinen Mitarbeiter ist dabei nur einer von mehreren Vorwürfen. Walker hatte Flaten nach dessen Angaben "etwa 228 Kilo in Pennies" vor die Haustür gekippt. Der Laster, der die Münzen abgeladen hatte, habe insgesamt sieben Stunden lang die Einfahrt zu Flatens Haus blockiert, heißt es in der Mitteilung des Arbeitsministeriums. Zudem hatte Walker seinem ehemaligen Mitarbeiter eine beleidigende Nachricht hinterlassen.

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Ungenaue Buchhaltung und Bezahlung wie nach Flatrates - bei Walkers Geschäftsführung gab es mehrere Mängel

Dienst nach Vorschrift kann jeder. Wer auffallen will, muss schon etwas mehr anbieten. Sie sollten zusätzliche Aufgaben übernehmen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Doch Flaten war nicht der einzige Angestellte, der von seinem Chef mies behandelt wurde. Miles Walker wird außerdem vorgeworfen, seine Mitarbeiter nicht ordnungsgemäß bezahlt zu haben: Für Überstunden gebe es in der Werkstatt kein Geld, so das Arbeitsministerium im Bundesstaat Georgia, stattdessen bekämen die Mitarbeiter lediglich eine Art Flatrate – egal, wie lange sie tatsächlich in der Woche arbeiten. Darüber hinaus bemängelt das Arbeitsministerium auch die Buchhaltung des Werkstattbesitzers. Es seien "keine angemessenen und genauen Aufzeichnungen über die Arbeitszeit und die Bezahlung" der Mitarbeiter vorhanden.

Für Andreas Flaten ist der Fall abgeschlossen: Er hatte seine Mühe, die 91.500 Münzen zu säubern, bis ihm eine auf Kleingeld spezialisierte Firma unter die Arme griff. Das Unternehmen holte die Cent-Münzen ab, rundete den Betrag auf 1000 Dollar auf und spendete die gleiche Summe noch einmal an einen guten Zweck.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de.