Bayer gewinnt überraschend erstes Urteil

Glyphosat-Urteil: Todkranker Junge geht leer aus

Bayern fusioniert 2016 mit dem Dünge-Hersteller Monsanto.
Bayern fusioniert 2016 mit dem Dünge-Hersteller Monsanto.
© deutsche presse agentur

06. Oktober 2021 - 17:09 Uhr

Ezra erkrankte mir 4 Jahren an Krebs

Ezra Clarks Mutter hatte ihr Grundstück mehrere Jahre lang mit glyphosathaltigem Dünger besprüht. Mit 4 Jahren erkrankte ihr Sohn dann an Krebs. Clarks Mutter war sich sicher, dass die Krankeit durch den Monsanto-Dünger gekommen sein musste. Sie verklagte den Konzern. Ein Gericht hat die Klage nun abgeschmettert. Während die Mutter und ihr todkrankes Kind die herbe Niederlage verarbeiten müssen, schießt der Aktienkurs des deutschen Mutterkonzerns Bayer in die Höhe.

„Mitgefühl“ - aber keine Schuld

"Wir haben großes Mitgefühl für Ezra Clark und seine Familie", äußerte der Monsanto-Mutterkonzern Bayer nach dem Gerichtsprozess. Doch eine Schuld gestand sich das Unternehmen, das seit 2016 auch den Agrarkonzern Monsanto führt, nicht ein. Und wurde darin nun durch ein Geschworenen-Gericht in Los Angeles bestätigt.

Das Urteil "entspricht sowohl der Einschätzung der zuständigen Regulierungsbehörden weltweit als auch den umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus vier Jahrzehnten," so ein Sprecher des börsennotierten Unternehmens. Demnach wäre die Ursache für die Krebs-Erkrankung des kleinen Ezra Clark nicht die Verwendung des Monsanto-Düngers "Roundup" gewesen.

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Gericht gibt Bayer erstmals in Glyphosat-Prozess Recht

Das Urteil mag überraschen. Hatte Bayer in der Vergangenheit bereits drei Prozesse in erster Instanz verloren und musste millionenschwere Schadensersatzzahlungen zahlen. Auch in zwei Berufungsverfahren erlitt der deutsche Mutterkonzern Niederlagen. Nun konnte der milliardenschwere Konzern einen ersten Sieg einfahren. Und das Urteil führte auch direkt zu Gewinnen für Bayer an der Börse. Bayer-Aktien stiegen im frühen Handel zeitweilig um bis zu 2,7 Prozent.

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Entscheidung des Supreme Courts richtungsweisend

Eine wichtige Entscheidung steht noch bevor. In einem verlorenen Fall hatte Bayer im Sommer einen Antrag auf Revision beim Supreme Court eingelegt. Der Supreme Court ist das höchste Gericht in den USA. Seine Entscheidung könnte eine Trendwende herbeiführen. Doch noch steht aus, ob er den Antrag annehmen oder wie er entscheiden wird. Für den Fall, dass das Gericht nicht in Bayers Sinne entscheidet, hat der deutsche Konzern bereits 4,5 Milliarden Dollar zurückgelegt. Das Geld würde dann nötig sein, um für die nächsten 15 Jahre gegen Forderungen von Klägern gewappnet zu sein. (skn/reuters)