ZDF-Politbarometer veröffentlicht

Umfragetrend verfestigt sich: SPD auch im ZDF-Politbarometer vorn

Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet im Triell auf RTL am 29.08.2021 (Kollage)
Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet im Triell auf RTL am 29.08.2021 (Kollage)
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03. September 2021 - 15:24 Uhr

Triell-Sieger Scholz zieht vorbei

Der Trend festigt sich in den Umfragen: Auch in der Wahlbefragung der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) schiebt sich die SPD vor die Union. Olaf Scholz dürfte es sehr freuen, für die Union bleibt es weiter bitter.

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Grüne verlieren, Union unverändert

  • Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, bliebe die CDU/CSU demnach bei 22 Prozent, ihrem bisher niedrigsten Wert in der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen.
  • Die SPD könnte gegenüber der Vorwoche um drei Prozentpunkte zulegen und wäre mit 25 Prozent in dieser Projektion erstmals seit September 2002 stärkste Kraft.
  • Die lange sehr starken und kurzzeitig sogar führenden Grünen würden dagegen drei Punkte verlieren und kämen nur noch auf 17 Prozent.
  • Die AfD könnte unverändert mit 11 Prozent rechnen.
  • Die FDP könnte einen Punkt zulegen auf elf Prozent.
  • Die Linke käme auf 7 Prozent.

Die anderen Parteien zusammen lägen bei sieben Prozent (minus zwei), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen würde.

Damit gäbe es eine ganz knappe Mehrheit für eine SPD-geführte große Koalition. Reichen würde es unter SPD-Führung für ein Bündnis mit Grünen und FDP oder mit Grünen und Linkspartei. Eine Unionsführung wäre nur in einem Bündnis mit Grünen und FDP möglich.

Sowohl die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock als auch Unionskanzlerkandidat Armin Laschet konnten die Wähler am Sonntag im RTL-Triell nicht überzeugen und landeten in der Forsa-Blitzumfrage hinter Scholz. Olaf Scholz konnte vor allem mit seiner Sachkompetenz bei den Zuschauern punkten. Dass der Fernsehauftritt der drei Auswirkungen auf die Wahlentscheidungen hat, schien sich schon in vorherigen Umfragen anzudeuten.

Am Mittwoch hatte eine INSA-Umfrage bereits ähnliche Werte ergeben. Zuletzt hatte die SPD dann die Union auch im ARD-Deutschlandtrend überholt. Dort kletterte Olaf Scholz zum zweitbeliebtesten Politiker hinter Angela Merkel.

SPD mit vielen Koalitionsmöglichkeiten

Eine unionsgeführte Koalition wäre laut diesen Zahlen nur noch mit den Grünen und der FDP möglich. Eine Koalition unter der SPD wäre gleich unter drei Szenarien möglich. Für eine große Koalition reicht eine knappe Mehrheit. Ansonsten wäre ein Bündnis mit Grünen und FDP oder Grünen und Linkspartei möglich.

Genau vor diesem Linksbündnis warnt die Union, seit es in den Umfragen abwärts geht. Fast zwei Drittel der "Politbarometer"-Befragten (63 Prozent) gehen davon aus, dass die SPD - bei entsprechenden Mehrheitsverhältnissen - nach der Bundestagswahl versuchen würde, eine Regierung mit Grünen und Linken zu bilden.

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Jeder Fünfte könnte sich Rot-Rot-Grün vorstellen

Allerdings ist ein Linksbündnis einer weiteren Umfrage zufolge bei den Bürgern beliebter als ein unionsgeführtes Dreierbündnis. Wie eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab, würde jeder Fünfte eine Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei voll und ganz oder eher befürworten. Einem Bündnis aus SPD, Grünen und FDP würden fast ebenso viele zustimmen, einer Koalition aus Union, Grünen und FDP dagegen nur etwas mehr als jeder Achte.

Noch beliebter als SPD-geführte Bündnisse mit Grünen und Linken oder Grünen und FDP wäre der Umfrage zufolge eine erneute große Koalition von SPD und Union. Auch eine rot-grüne Koalition aus SPD und Grünen hat mehr Befürworter und weniger Gegner. Letztere hätte derzeit allerdings keine Mehrheit. Zuletzt hatte vor allem die Union eine Diskussion über ein Linksbündnis forciert und von SPD wie Grünen gefordert, eine Koalition mit der Linkspartei auszuschließen. Zuletzt hatte sich sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu Stellung bezogen und eine klare Grenze zur Linkspartei gezogen. Sowohl Grüne als auch SPD vermieden dies bislang, distanzierten sich aber von Positionen der Linken. (dpa/sk)