Olaf Scholz’ Bedingung für Leopard-Lieferung

Philipp Eder über Kampfpanzer-Lieferung: “Aus militärischer Sicht sehr wichtig”

"Aus militärischer Sicht sehr wichtig" Philipp Eder über Kampfpanzer-Lieferung
05:14 min
Philipp Eder über Kampfpanzer-Lieferung
"Aus militärischer Sicht sehr wichtig"

von Amany Salama

Die Diskussion, ob Deutschland nun Kampfpanzer liefert oder nicht, hält weiter an. Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich beim Weltwirtschaftsforum in Davos zunächst zurückgehalten, dann hieß es, er sei bereit, Leopard-Kampfpanzer zu liefern, wenn die USA Abrams-Kampfpanzer liefern. „Aus militärischer Sicht ist eine Lieferung von westlichen Kampfpanzern an die Ukraine für die Ukraine sehr wichtig“, sagt Philipp Eder, Brigadier und Leiter der Abteilung Militärstrategie im österreichischen Bundesministerium für Landesverteidigung. Es wird spekuliert, dass, wenn Deutschland tatsächlich Kampfpanzer schickt, es „rund um 15“ an der Zahl sein sollen. Wie es zu dieser Zahl kommt, das erklärt Eder im Interview mit RTL-Reporterin Nele Balgo.

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Die Mischung macht’s

Eder verdeutlicht die Relevanz des Waffensystems damit, dass der Kampfpanzer „das Element, das die durchschlagskräftigste Waffe darstellt“, sei. Ziele können gut bekämpft und die Panzerbesatzung gut geschützt werden, zudem sei man „beweglich offensiv“. Das würde mit Drahtpanzern oder leichten Schützenpanzern nicht funktionieren. Mit Kampfpanzern könne man außerdem andere Panzer bekämpfen. Doch allein Kampfpanzer würden nicht ausreichen: Es brauche Infanterie, Bergefahrzeuge und Schutz vor Luftstreitkräften. „Der größte Feind an und für sich für den Kampfpanzer - neben dem Kampfpanzer - ist das Kampfflugzeug, der Kampfhubschrauber.“ Erst der Mix aus verschiedenen Waffensystemen würde einen Sieg der Ukraine möglich machen.

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Liefern die USA überhaupt?

Laut US-Verteidigungsstaatssekretär werden die Amerikaner voraussichtlich keine Abrams-Kampfpanzer schicken, die Ausbildung sei schwierig und der Treibstoffverbrauch zu hoch. “Das ist natürlich ein valides Argument, vor allem wenn jetzt verschiedenste Kampfpanzer geliefert würden.” Die Briten sprechen vom Typ “Challenger”, mehrere Länder, darunter Deutschland, vom “Leopard”, die USA vom “Abrams” — “logistisch natürlich eine Herausforderung". Der Ukraine sei allerdings jeder Typ Kampfpanzer recht. Auf der anderen Seite habe die Ukraine auch bewiesen, dass sie diese logistischen Hürden überwinden konnte. Auch bei anderen Waffensystemen war die Komplexität das Argument, nicht zu liefern, “das hat sich aber als durchaus falsch herausgestellt”.

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