Alle Ärzte lagen falsch

Schwangere erwartet Mädchen – und bekommt einen Jungen

15. November 2019 - 15:31 Uhr

Sarah war acht Mal beim Ultraschall

Der Schrank war schon voller rosa Strampler und Kleidchen: Eigentlich freuten sich Sarah Heaney und William Gowan aus Nordirland auf ihre dritte Tochter. Schließlich hatten die Ärzte der 28-jährigen Mutter bei insgesamt acht verschiedenen Ultraschall-Untersuchungen versichert: Es wird ein Mädchen! Doch am Tag der Geburt hieß es auf einmal, Sarah bekäme einen Jungen. Und Tatsache: Zur Welt kam nicht die erwartete Luna, sondern ein kleiner Max. Wie die Familie auf diese Nachricht reagierte, sehen Sie im Video.

Baby Max Gowan
Baby Max überraschte seine komplette Familie
© Caters

In der 17. Woche ließ Sarah einen privaten Ultraschall-Scan durchführen, um das Geschlecht ihres Babys zu erfahren. Es folgte einer in der 20. Woche, und ab der 25. Woche ging die junge Frau alle drei Wochen zum Ultraschall, weil das Wachstum des Kleinen Sorge bereitete.

Bei insgesamt acht Untersuchungen und mehreren Ärzten war Sarah zufolge die einhellige Meinung: In ihrem Bauch wächst ein Mädchen heran. Doch letztendlich brachte sie einen gesunden Jungen namens Max zur Welt, der jetzt 12 Wochen alt ist. "Es war zu dem Zeitpunkt ein bisschen turbulent, aber er ist perfekt und wir würden ihn um keinen Preis der Welt eintauschen wollen", so die glückliche Mama. Aber wie konnten mehrere Ärzte sich über die gesamte Dauer der Schwangerschaft so irren?

​Wie sicher ist eine Geschlechtsbestimmung per Ultraschall wirklich?

Dass das Geschlecht des Babys über so lange Zeit falsch interpretiert wird, ist sicher ein ungewöhnlicher Fall. Fehleinschätzungen kommen jedoch immer wieder vor. Prof. Annegret Geipel ist Leiterin der Pränatalen Medizin an der Uniklinik Bonn. Dem Onlineportal urbia.de erklärt sie: "Beim normalen Vorsorge-Ultraschall liegt die Zuverlässigkeit der Geschlechtsbestimmung zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche bei ungefähr 90 Prozent. Beim Feinultraschall liegt sie schon ab etwa der 13. Schwangerschaftswoche bei etwa 80 Prozent und ist in der 20. Woche so gut wie sicher." Dafür sei allerdings immer Voraussetzung, dass das Kind günstig liegt.

Theoretisch ist eine Einschätzung bereits bei der Erstuntersuchung zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche möglich – diese ist jedoch so unsicher, dass viele Ärzte zu diesem Zeitpunkt noch keine Aussage treffen.

Keine wirklichen Vorteile bei 3D-Ultraschall

Ausschlaggebend für die Sicherheit der Voraussage ist jedoch nicht nur die technische Ausrüstung, sondern auch die Ausbildung des Frauenarztes. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) vergibt hierfür Zertifikate in drei Stufen. Je höher das Zertifikat, desto höher die Qualifikation des Gynäkologen im Hinblick auf die Auswertung von Ultraschallbildern. Der beliebte 3D- und 4D-Ultraschall bietet übrigens nicht unbedingt mehr Sicherheit: "In den meisten Fällen haben diese Geräte keine diagnostischen Vorteile", so Prof. Annegret Geipel.