Urteil in Wuppertal

Tote Kinder in Solingen: Angeklagte zu Gefängnisstrafe verurteilt

13. Dezember 2021 - 20:08 Uhr

Eine 28-jährige Mutter aus Solingen wurde heute wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem stellte die Kammer die besondere Schwere der Schuld fest.

Laut Gericht soll sie ihre fünf Kinder umgebracht haben. Nur der älteste Sohn überlebte. Die Mutter schickte ihn zu seiner Oma an den Niederrhein. Die Frau soll ihre Kinder betäubt und dann nacheinander ertränkt oder erstickt haben. Laut Gericht betäubte die Mutter ihre Kinder, um zu verhindern, dass sie sich wehren. Die Medikamente habe sie in Trinkbechern und Flaschen verabreicht. Die Kinder wurden im September 2020 tot und zugedeckt in ihren Betten gefunden. Nach der Tat versuchte die Mutter, sich umzubringen. Sie warf sich vor einen einfahrenden Zug, überlebte aber. Die Deutsche hatte im Prozess behauptet, ein Unbekannter sei in ihre Wohnung eingedrungen, habe sie gefesselt und die Kinder getötet. Ein Verteidiger hatte Freispruch beantragt.

Ex hat neue Partnerin

Das Motiv der Mutter war laut Gericht offenbar eine Mischung aus Demütigung und Kränkung. Denn der Ehemann der Frau hatte eine Neue und postete ein Foto. Mit der Tat wollte sie sich offenbar auch dafür rächen.

Fremder Mann als Täter „unglaubhaft“

Als die Kinder gefunden wurden, hatten alle nasses Haar. Die Badewanne war leer. Dazu sagt der Richter im Gerichtssaal: "Welcher fremde Täter, der einfach nur töten will, macht das? […] Das ist unglaubhaft." Außerdem wurden die toten Kinder ins Bett gelegt und zugedeckt.