Was wir bisher über die Tat wissen

Bluttat in Kopenhagen: Haftrichter schickt Amokschützen in geschlossene Psychiatrie

3 Menschen in Einkaufszentrum erschossen Blutbad in Kopenhagen
01:10 min
Blutbad in Kopenhagen
3 Menschen in Einkaufszentrum erschossen

30 weitere Videos

Es ist eine Schreckenstat, die über die Grenzen Dänemarks hinaus erschüttert. Am Sonntag (03. Juli) wurden im Kopenhagener Einkaufszentrum „Field's“ mindestens drei Menschen getötet. Die neuesten Entwicklungen gibt es hier im Überblick.

Blutbad in Kopenhagen offenbar keine Terrortat - wahllos auf Menschen gefeuert

Auf diesem Foto ist der mutmaßliche Täter mit einer Waffe zu sehen.
Auf diesem Foto ist der mutmaßliche Täter mit einer Waffe zu sehen.
Twitter

Bei dem Angriff im Kopenhagener Einkaufszentrum „Field's“ habe es sich nach Ansicht der dänischen Polizei nicht um eine Terrortat gehandelt. „Es gibt keine Hinweise in den Ermittlungen, Dokumenten oder Zeugenaussagen, die belegen könnten, dass es sich um Terror handelt“, sagte Chefinspekteur Søren Thomassen am Montag (04. Juli) dem Sender TV2 zufolge. Der mutmaßliche Täter habe wahllos auf Menschen gefeuert.

Die Polizei hat anschließend bei dem Tatverdächtigen ein Gewehr und ein Messer gefunden. Außerdem habe der Mann Zugang zu einer Pistole gehabt, so Thomassen bei einer Pressekonferenz. „Wie es derzeit aussieht, sind die Waffen zulässig, aber er hatte keine Berechtigung dafür.“

Motiv noch unklar - mutmaßlicher Schütze zuvor bereits in psychiatrischer Behandlung?

Schüsse in Kopenhagen
Rettungskräfte eilen zu einem Einkaufszentrum in Kopenhagen - dort fielen die tödlichen Schüsse
Reuters

Der mutmaßliche Täter wird für 24 Tage in eine geschlossene psychiatrische Abteilung eingewiesen. Das berichteten dänische Medien übereinstimmend aus der Anhörung des Tatverdächtigen am Montag. Somit müsse der Tatverdächtige die Untersuchungshaft in der Psychiatrie verbringen.

Außerdem sagte Thomassen, dass der mutmaßliche Schütze allem Anschein nach alleine gehandelt habe. Es gebe keine Hinweise, dass der festgenommene 22-jährige Däne Komplizen gehabt habe. Der Mann habe sich in der Vergangenheit Hilfe in einer Psychiatrie gesucht und sei der Polizei „grundsätzlich bekannt“. Die Staatsanwaltschaft in Kopenhagen wirft dem Tatverdächtigen des Amoklaufs vorsätzliche Tötung und versuchte Tötung vor. Das berichteten mehrere dänische Medien am Montag aus der Anhörung des Verdächtigen vor einem Haftrichter.

Zu einem Motiv wollte sich Chefinspekteur Thomassen zunächst nicht äußern. Die Polizei hatte zuvor eine Wohnung im Kopenhagener Stadtteil Valby durchsucht.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Zwei 17-Jährige unter den Todesopfern

Bei den drei Opfern, die im Kopenhagener Einkaufszentrum ums Leben gekommen sind, soll es sich um einen 47-jährigen Mann mit russischer Staatsbürgerschaft, der in Dänemark lebte, sowie zwei 17-Jährige handeln.

03.07.2022, Dänemark, Kopenhagen: Sie wollten sich einen schönen Sonntag machen, doch der Ausflug ins Kopenhagener Einkaufszentrum "Field's" endetet in einem Albtraum.
Sie wollten sich einen schönen Sonntag machen, doch der Ausflug ins Kopenhagener Einkaufszentrum "Field's" endetet in einem Albtraum
sei, dpa, Olafur Steinar Rye Gestsson

Drei von vier Verletzten außer Lebensgefahr

Bei den Verletzten handele es sich um eine 40-jährige und eine 19-jährige Dänin, sowie einen 50-jährigen Mann und eine 16-jährige Frau aus Schweden, sagte der Chefinspekteur. Drei der vier Verletzten sind mittlerweile außer Lebensgefahr. Eine Person befinde sich noch in kritischem Zustand, so Chefarzt Kasper Claudius vom Kopenhagener Krankenhaus „Rigshospitalet“ bei einer Pressekonferenz am Montagmorgen (04. Juli). Darüber hinaus seien einige Menschen leicht verletzt worden, als sie in Panik aus dem Einkaufszentrum flüchteten.

Konzert von Harry Styles aus Sicherheitsgründen abgesagt

Aus Sicherheitsgründen wurde das Konzert von Harry Styles, das am Tag der Schreckenstat in der „Royal Arena“ stattfinden sollte, abgesagt. Die Arena befindet sich nur 650 Meter von der Shoppingmall „Field’s“ entfernt. „Ich habe ein gebrochenes Herz, ebenso wie die Menschen in Kopenhagen“, so der Musiker via Twitter. (ngu mit dpa)