Polizei bestätigt mindestens drei Opfer

Schüsse in Kopenhagen: Drei Tote, mehrere Schwerverletzte - Offenbar kein terroristischer Hintergrund

3 Menschen in Einkaufszentrum erschossen Blutbad in Kopenhagen
01:10 min
Blutbad in Kopenhagen
3 Menschen in Einkaufszentrum erschossen

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Bei den Schüssen in einem Kopenhagener Einkaufszentrum sind mehrere Menschen getötet worden. Wie die dänische Polizei in der Nacht zu Montag (04. Juli) mitteilte, sollen mindestens drei Menschen erschossen worden sein. Drei weitere Menschen seien schwer verletzt und in kritischem Zustand. Die Polizei habe einen Tatverdächtigen gefasst. Bei ihm soll es sich um einen 22 Jahre alten Dänen handeln. Der Schütze habe dunkle Kleidung getragen und sei nicht maskiert gewesen, sagte Augenzeugin Rikke Levandovski dem Sender TV2. Ein weiterer Augenzeuge sagte, der Mann habe mit einer Langwaffe gefeuert.

Was wir bisher über die Tat wissen, haben wir hier zusammengefasst.

Keine Hinweise für terroristischen Hintergrund

Auf diesem Foto ist der mutmaßliche Täter mit einer Waffe zu sehen.
Auf diesem Foto ist der mutmaßliche Täter mit einer Waffe zu sehen.
Twitter

Anfangs konnten die Ermittler einen terroristischen Hintergrund der Tat nicht ausschließen. Am Montag (04. Juli) stuft die dänische Polizei den Angriff aber nicht mehr als Terrortat ein. Dafür gebe es laut Chefinspekteur Søren Thomassen keine Indizien, berichtet der Sender TV2. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass noch weitere Schützen vor Ort gewesen seien.

Zuvor äußerte sich die Kopenhagener Oberbürgermeisterin Sophie H. Andersen entsetzt. Es sei „furchtbar“, twitterte Andersen am Sonntagabend. „Wir wissen noch nicht genau, wie viele Menschen verletzt oder tot sind, aber es ist sehr ernst.“ Polizeichefinspektor Søren Thomassen sagte in der Nacht zu Montag in der dänischen Hauptstadt örtlichen Medien zufolge, bei den Opfern handele es sich um einen Mann zwischen 40 und 50 Jahren und zwei junge Menschen. Drei weitere Menschen seien schwer verletzt und in kritischem Zustand. Zunächst hatte die Polizei keine genauen Opferzahlen nicht genannt.

Die Stadt stehe in engem Kontakt mit der Polizei und sei bereit zu helfen. Die Beamten sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. Das Krankenhaus Rigshospitalet teilte dem Sender TV2 zufolge mit, drei Verletzte seien dorthin gebracht worden.

Mutmaßlicher Täter polizeilich "grundsätzlich bekannt"

Die Polizei hatte einen 22-jährigen Dänen in Zusammenhang mit der Tat festgenommen. Der mutmaßliche Schütze sei der Polizei „grundsätzlich bekannt“ gewesen, sagte Polizeichefinspektor Søren Thomassen. Weitere Angaben hierzu machte er nicht. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter alleine handelte. „Bis wir absolut sicher sind, dass die Hypothese zutrifft, werden wir eine weitreichende Untersuchung durchführen und eine massive operative Präsenz in Kopenhagen aufrechterhalten, bis wir sagen können, dass er alleine war“, so Thomassen. Bei der Festnahme habe der Mann ein Gewehr und Munition dabei gehabt. Möglicherweise sei aber noch eine andere Waffe im Spiel gewesen.

Der Festgenommene soll an diesem Montag vernommen werden und werde wegen Totschlags angeklagt, wie es weiter hieß. Der Vorwurf könne sich aber noch ändern. Ob der Mann Mitglied in einem Schützenverein war und ob er die Waffe legal besaß, wollte die Polizei zunächst nicht kommentieren.

Schüsse in Kopenhagen
Rettungskräfte eilen zu einem Einkaufszentrum in Kopenhagen - dort sollen Schüsse gefallen sein.
Reuters

Dänisches Königshaus ruft zu "Einigkeit und Fürsorge" auf

Auch das dänische Königshaus zeigt sich schockiert und ruft zum Zusammenhalt auf. „Die Situation erfordert Einigkeit und Fürsorge, und wir danken der Polizei, den Rettungsdiensten und den Gesundheitsbehörden für ihr schnelles und effektives Handeln in diesen Stunden“, heißt es in einer Mitteilung von Königin Margrethe II. und dem Kronprinzenpaar.

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Schüsse in Kopenhagen: Polizei bestätigt Festnahme bei Twitter

Nach der Festnahme war zunächst unklar, ob die Lage damit unter Kontrolle war. Der Einsatz laufe noch, twitterte die Polizei am Abend. Alle, die sich noch im Field’s-Center befinden, sollen bleiben, wo sie gerade sind und auf die Polizei warten. Die Polizei riet außerdem allen Menschen, die im Einkaufszentrum waren, Kontakt zu ihren Angehörigen aufzunehmen – wohl, um diese zu beruhigen. Wenn das Telefonnetz überlastet sei, solle man seinen Verwandten eine SMS schicken.

Die Polizei kündigte an, eine Anlaufstelle für Betroffene einzurichten, die psychologische Betreuung brauchen, nachdem was sie im Einkaufszentrum erlebt haben.

Auf noch unverifizierten Videoaufnahmen bei Twitter war zu sehen, wie Menschen aus einem Einkaufszentrum über die Straße rannten. In einem anderen Video sind Schüsse und Schreie zu hören.

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Zeugen Berichten von Chaos und Panik im Field's- Einkaufszentrum

Ein Augenzeuge sagte dem Sender DR, er habe drei- oder viermal einen sehr lauten Knall gehört, als er gerade mit seiner Familie in einem Geschäft war. Dann seien andere Menschen in den Laden gerannt und hätten von Schüssen berichtet, daraufhin sei er mit seiner Familie durch einen Notausgang geflohen, sagte der Mann.

Auch der Zeitung „Jyllands-Posten“ sagten Zeuginnen, sie hätten Schüsse gehört. „Man wusste nicht, was passiert. Plötzlich brach überall Chaos aus“, sagte die 20-jährige Emilie Jeppesen dem Blatt. Ihre Freundin Astrid Kofoed Jørgensen sagte: „Jeder im Restaurant wurde in die Küche geschickt, dann saßen wir dort und konnten drei oder vier Schüsse hören.“

Großeinsatz am Einkaufszentrum in Kopenhagen

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Das Field's ist ein großes Einkaufszentrum im relativ neuen Viertel Ørestad im Süden von Kopenhagen. In der Nähe befindet sich auch die große Mehrzweckhalle Royal Arena. Dort war am Sonntag ein ausverkauftes Konzert des britischen Sängers Harry Styles geplant. Der Fernsehsender TV2 meldete am Sonntagabend, den Fans in der Halle sei gesagt worden, dass das Konzert aus Sicherheitsgründen nicht stattfinde . Die Fans seien gebeten worden, die Halle ruhig zu verlassen. Der Veranstalter hatte auf Facebook zuvor mitteilte, dass das Konzert stattfinden sollte. (jgr, ngu mit dpa)