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Tennis-Märchen um Tatjana Maria: "Keiner hat es so verdient wie sie"

Nach schweren Schicksalsschlägen feiert sie ihren größten Triumph

Tennis-Märchen um Tatjana Maria: "Keiner hat es so verdient wie sie"

Tatjana Maria schreibt ihr Wimbledon-Märchen weiter "Keiner verdient es so wie sie"
02:56 min
"Keiner verdient es so wie sie"
Tatjana Maria schreibt ihr Wimbledon-Märchen weiter

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2008 musste Tatjana Maria um ihr Leben bangen, jetzt feiert sie ihren bisher größten Triumph. Mit 34 Jahren steht die Deutsche im Halbfinale von Wimbledon. Ein Riesen-Erfolg! Es ist die Geschichte einer Frau, die sich nach einer schweren Krankheit, dem Verlust eines geliebten Menschen und zwei Geburten zurück gekämpft hat auf die Weltbühne des Tennissports. „Keiner hat es so verdient wie sie“, sagt Tennis-Bundestrainerin Barbara Rittner im Interview mit unserer Redaktion über den jüngsten Erfolg. Mehr im Video oben.

Deutschland erlebt ein Tennis-Märchen

Jule Niemeier gegen Tatjana Maria hieß das deutsche Viertelfinale in Wimbledon. Ein Match, bei dem Experten eher auf die jüngere Niemeier gesetzt hatten. Doch Maria bewies ihr unfassbares Kämpferherz – ackerte sich nach Satzrückstand zurück und schnappte sich den Sieg.

„Es sind ein oder zwei Punkte hier und da und ein bisschen Glück, einfach Kleinigkeiten, die in so einem Match den Unterschied machen“, sagt Rittner, die Maria kennt, seitdem diese 16 ist, sie ihre gesamte Karriere über begleitete. Rittner erlebte so auch die schwierigen Zeiten im Leben von Maria mit.

Die bewegende Geschichte von Tatjana Maria

Die gebürtige Schwäbin musste schon viele Tiefschläge verkraften. 2008 erlitt sie eine gefährliche Lungenembolie nach einer Thrombose im Bein. Sie musste notoperiert werden – ihr Leben stand auf dem Spiel. Maria kämpfte sich zurück. Kurz darauf starb ihr Vater und Trainer Heinrich. „Sie waren sich so nah“, erinnert sich Rittner. Maria kämpfte sich auch dieses Mal zurück.

Dann folgte ein weiterer Einschnitt in die Karriere, dieses Mal aber ein schöner: Ihre Töchter kamen zur Welt. „Von zwei Geburten muss man sich erst einmal zurückkämpfen. Das muss man körperlich erst einmal hinbekommen“, berichtet Rittner. Maria hat auch das geschafft.

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Die ganze Tennis-Welt gönnt ihr diesen Erfolg

Ihre Geschichte hat Maria offenbar nur stärker gemacht. „Tatjana ist so eine bodenständige junge Dame, die auch für ein Team so wertvoll ist. Es gibt wenige Spielerinnen, denen es von allen Seiten so vergönnt, dass sie diesen Erfolg hat“, sagt Rittner.

Das Erfolgsgeheimnis: die Familie. Tatjana wisse einfach, was ihr gut tue und was nicht. Sie sei tiefenentspannt, berichtet Rittner: „Sie kann sich vor einem Match mit ihrer kleinen Tochter einschlagen und dann in Ruhe ins Spiel gehen.“ Ohne diese tiefe Gelassenheit wäre sie nach zwei Geburten nie zurückgekommen und würde auch nicht im Halbfinale stehen.

Doch dort könnte das Tennis-Märchen dann beendet sein. Sie habe sich durchgebissen, man solle im Sport niemals nie sagen, doch „im Wimbledon-Halbfinale (gegen die Nummer Drei der Welt, Ons Jabeur, Anm. d. Red.) ist sie die krasseste Außenseiterin, die man sein kann“, glaubt Rittner. Es sei ein weiter Weg, aber träumen dürfe man ja. (lgr)