Vater rettet seine Tochter vor Bullenhai

Teenager verliert Bein und Finger bei Hai-Attacke - jetzt setzt sie sich für die bedrohten Tiere ein!

Paige Winter verlor bei einer Hai-Attacke ein Bein und Teile ihrer Arme.
Paige Winter verlor bei einer Hai-Attacke ein Bein und Teile ihrer Arme.

13. Juli 2021 - 6:47 Uhr

"Es ist nur ein Hai, er macht sein Hai-Ding"

Paige Winter ist eine bemerkenswerte junge Frau. Vor zwei Jahren wurde die 19-Jährige Opfer einer Hai-Attacke an der US-Ostküste. Dabei verlor sie ein Bein und zwei Finger – aber nicht ihren Lebensmut, ihre Tatkraft, ihre Entschlossenheit. Dass sie überhaupt noch lebt, verdankt sie ihrem Vater Charlie, der sich ins Wasser stürzte und den Raubfisch mit mehreren kräftigen Schlägen auf die Schnauze in die Flucht schlug. Heute setzt sich Paige für Haie ein. Ihre Geschichte wurde verfilmt: "Shark Attack: The Paige Winter Story" läuft ab dem 19. Juli bei National Geographic auch in Deutschland.

Meeresökologe: "Wir passen überhaupt nicht in das Menüprofil"

Vater George erinnert sich an die erste Reaktion seiner Tochter: "'Sei nicht böse', hat sie gesagt, 'Haie sind gute Leute. Sie sind sogar ziemlich cool!'" Sie sagte ihrem Vater: "Es ist nur ein Hai, er macht sein Hai-Ding." Seitdem hat die junge Frau viel darüber erfahren, was dieses "Hai-Ding" ist. So viel, dass sie sich für die Rettung der vom Aussterben bedrohten Tierart einsetzt.

Experten wie der US-Meeresökologe Dr. Mike Heithaus gehen in dem Film der Frage nach, warum es zu dem Angriff kam. Und versucht mit Klischees über Haie als angriffslustige und menschenjagende Ungeheuer aufzuräumen. "Tatsächlich haben Haie die meiste Zeit entweder Angst vor uns oder schenken uns nicht die geringste Aufmerksamkeit. Wir passen überhaupt nicht in das Menüprofil", sagt der Fachmann.

Video: Teenager erzählt vom Haiangriff: So mutig ist Paige Winter

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Hai-Opfer Paige Winter: "Haie sind nicht von Natur aus schlecht – genau wie Menschen"

Bullenhaie haben ein aggressives Temperament und können sowohl in Salz- als auch Süßwassergewässern leben. Sie gelten als gefährlichste Haiart der Welt. Ihre Population ist seit 1970 um 71 Prozent gesunken. Angriffe von Bullenhaien seien extrem selten, "verschwindend klein" sei die Anzahl, so Heithaus.

Paige Winter sagt: "Haie sind nicht von Natur aus schlecht – genau wie Menschen." Sie sei seit dem Angriff, der sie fast das Leben gekostet hätte, ein regelrechter "Hai-Fan" geworden. Bilder, Stofftiere und Schilder zierten ihr Zimmer, sagt sie US-Medien zufolge.

Sie habe sogar Salz- und Pfefferstreuer in Form von Bein und Hai, so die junge Frau aus dem US-Bundesstaat North Carolina, die inzwischen aufs College geht. Nur ins Meer geht sie nicht mehr seit jenem schicksalhaften Tag. Lieber in einen Pool, "weil der etwas regulierter ist."

Ihr Vater und Freunde riefen bei gofundme.com eine Spendenaktion ins Leben. Bisher sind schon fast 75.000 Euro zusammengekommen. (uvo)