Wegen Krieg in der Ukraine

Studie zu Corona-Krise und Ukraine-Krieg: Deutsche erleben Ohnmachtssituation

Tägliche neue Schreckensmeldungen und Horror-Bilder aus der Ukraine. Das lässt niemanden kalt. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt auch eine Studie des Kölner Rheingold-Instituts. Und die aktuelle Ukraine-Krise sei dabei „nur das Sahnehäubchen“.

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Ein Drittel der Deutschen verliert den Spaß am Leben

Fühlen Sie sich antriebslos, frustriert und haben Sie Angst? Dann geht es Ihnen so, wie vielen anderen in Deutschland, sagt eine neue Studie. Denn die aktuelle Situation in der Ukraine – ein Krieg in Europa – bereitet vielen Deutschen Sorgen. „Die Bürger erleben einen plötzlichen Einbruch einer bedrohlichen Kriegswirklichkeit, von der sie das Gefühl haben: Das hat ein Eskalationspotenzial, das unvorstellbar ist“, sagte Institutsgründer, Psychologe und Autor Stephan Grünewald.

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Rund ein Drittel der Deutschen gaben der Studie zufolge an, dass sie die Lust an Dingen verloren hätten, die ihnen früher Freude bereitet hätten. 30,5 Prozent hätten an sich eine gewisse Antriebslosigkeit beobachtet.

Eine Krise reiht sich an die nächste

Der Grund dafür liege aber nicht allein im Ukraine-Krieg, so die Autoren der Studie. Gerade junge Leute fühlten sich in einer „Krisenpermanenz“ gefangen, weil sich seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eine Krise an die nächste reihe. Anschläge, Kriege, Finanz- und Wirtschaftskrise und Corona – der russische Angriff auf die Ukraine habe nun obendrauf eine „ungeheure Wucht“ entwickelt, so Grünewald.

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Der Untersuchung zufolge trifft die Kriegsangst also auf eine Gesellschaft, in der viele Bürger ohnehin schon zunehmend resigniert, antriebslos und entnervt sind. „Mitunter klingen die Beschreibungen der Befragten so, als befänden sie sich in einem Zustand der Melancholie“, erklärte das Rheingold-Institut.

Für die Untersuchung waren im Februar - noch vor Kriegsbeginn - 40 Menschen tiefenpsychologisch zu ihren Corona-Befindlichkeiten befragt worden. Hinzu kam eine bevölkerungsrepräsentative Befragung mit 1.000 Menschen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurden zusätzlich 12 Menschen tiefenpsychologisch befragt. (dpa/sst)

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