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Kurzarbeit, Homeoffice & Co.

Das sollten Sie für Ihre Steuererklärung 2020 wissen

10. Februar 2021 - 13:17 Uhr

Steuererklärung für Corona-Jahr 2020: Wichtige Tipps

Noch bleibt Zeit, doch irgendwann muss sie gemacht werden: die Steuererklärung für 2020. Wer letztes Jahr in Kurzarbeit war, kommt um das To-do nicht rum. Aber auch Arbeitnehmer, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, sollten sich informieren: Oft lohnt sich der Einsatz und es ist eine ordentliche Rückerstattung drin. Wegen der Corona-Pandemie gibt es einige Neuigkeiten, etwa die Homeoffice-Pauschale. Im Video geben unsere Experten wichtige Tipps, was Sie in puncto Arbeit zu Hause für Ihre Steuererklärung wissen sollten.

Kurzarbeiter-, Eltern- und Arbeitslosengeld

Da 2020 aufgrund der Pandemie viele Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld bekommen haben, sind auch mehr Beschäftigte verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Denn alle, die mehr als 410 Euro Lohnersatzleistungen bekommen haben, kommen um die Erklärung nicht herum. Neben Kurzarbeitergeld zählen auch Eltern- oder Arbeitslosengeld zu den Lohnersatzleistungen.

Wer im vergangenen Jahr Kurzarbeitergeld bekommen hat, zahlt darauf selbst keine Abgaben. Allerdings unterliegt das Kurzarbeitergeld dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Das führt dazu, dass es den Steuersatz für die übrigen Einkünfte erhöht. Aber: Oft wird dies letztendlich mit einer Steuererstattung einhergehen, da für den Arbeitslohn zu viel Lohnsteuer abgezogen wurde", erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin.

In einigen Fällen ist aber auch eine Steuernachzahlung möglich. Etwa dann, wenn der Arbeitnehmer weniger Wochenstunden gearbeitet hat und sein Lohn mit Kurzarbeitergeld aufgestockt wurde. "Hier macht es Sinn, sich Geld für eine Steuernachzahlung beiseite zu legen", empfiehlt Klocke.

Höhere Freibeträge und Entlastung für Alleinerziehende

Der steuerliche Grundfreibetrag ist 2020 von 9.168 Euro auf 9.408 Euro gestiegen. Das bedeutet: Bis zu einem Bruttoeinkommen von 9.408 Euro fallen keinerlei Steuern an. Zudem ist der Kinderfreibetrag 2020 um 192 Euro gestiegen. Bei gleichbleibendem Betreuungsfreibetrag beträgt er für 2020 exakt 7.812 Euro pro Kind und Jahr (2019: 7.620 Euro).

Wer alleinerziehend ist und mindestens ein Kind bei sich wohnen hat, profitiert 2020 von einem steuerlichen Entlastungsbetrag von 4.008 Euro (zuvor: 1.908 Euro). "Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag, und zwar um jeweils 240 Euro", erklärt Jana Bauer vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) in Berlin.

Neue Homeoffice-Pauschale

Ihren Arbeitsplatz mussten viele Menschen wegen der Corona-Pandemie ganz oder teilweise nach Hause verlagern. Ist das bei Ihnen der Fall, können sie nun die sogenannte Homeoffice-Pauschale bei der Steuererkläung geltend machen. Für jeden Arbeitstag in der häuslichen Wohnung können sie einen Betrag von fünf Euro pro Tag als Werbungskosten angeben - maximal aber 600 Euro im Jahr.

Die Homeoffice-Pauschale gibt es nicht zusätzlich zum Werbungskostenpauschbetrag. Daher ist sie für jene von Vorteil, die Werbungskosten von über 1.000 Euro haben. Bei Arbeitstagen im Homeoffice entfällt indes die Pendlerpauschale, da es keine Fahrten zur Arbeitsstätte gab.

"Eine Homeoffice-Tagespauschale von fünf Euro darf man nur angeben, wenn man an dem Tag ausschließlich von zu Hause aus gearbeitet hat", stellt BVL-Geschäftsführer Uwe Rauhöft klar. Wer an einem Tag zusätzlich in die Firma fährt - etwa um Post abzuholen -, kann die Tagespauschale von fünf Euro nicht geltend machen, wohl aber die Entfernungspauschale zwischen Wohnung und Firma.

Höhere Pauschalen für Umzug, Verpflegung und Übernachtung

Steuerzahler können seit dem 1. März 2020 eine höhere Umzugskostenpauschale geltend machen. Die Pauschale steigt für Singles auf 820 Euro (zuvor: 811 Euro), für Verheiratete oder Alleinerziehende auf 1.639 Euro (zuvor: 1.622 Euro).

Außerdem gibt es höhere Verpflegungspauschalen bei Dienstreisen: Wer mehr als acht Stunden am Tag dienstlich unterwegs war, kann pro Tag in der Steuererklärung 14 Euro (vorher: 12 Euro) angeben. Bei einer Dienstreise, die an einem Tag mindestens 24 Stunden dauerte, können 28 Euro (vorher: 24 Euro) geltend gemacht werden.

Seit 2020 gibt es zudem eine Übernachtungspauschale für Berufskraftfahrer. Sie können für den An- und Abreisetag sowie für jede Übernachtung im Lkw acht Euro pro Arbeitstag in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten eintragen. "Wer zum Beispiel zwei Tage unterwegs war, aber nur einmal in seinem Fahrzeug übernachtet hat, kann dafür 16 Euro angeben", erklärt Jana Bauer.

Frist für die verpflichtende Steuererklärung: 31. Juli 2020

Wer will und die Zeit findet, kann sich jetzt schon um seine Steuererklärung für das Jahr 2020 kümmern. Beeilen müssen Sie sich aber noch nicht: Die Frist für die Abgabe läuft am 31. Juli ab - und auch nur für die, die zur Abgabe verpflichtet sind. "Da dies ein Samstag ist, verlängert sich die Frist auf den 2. August 2021", erklärt Isabel Klocke. Diejenigen, die auf die Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins setzen, haben bis Ende Februar 2022 Zeit.

Quelle: dpa/ RTL.de

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