Regale in der Drogerie leer?

Desinfektionsmittel-Alternativen: Was auch gegen Viren und Bakterien hilft

Desinfektionsmittel-Alternativen gegen Viren und Bakterien gibt es in Hülle und Fülle
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28. März 2020 - 11:22 Uhr

Wenn Sagrotan, Sterilium & Co. mal wieder ausverkauft sind

In Supermärkten und Drogerien herrscht derzeit ein seltsam anmutendes Bild: Leere Regale. Bei manchen Artikeln klaffen enorme Lücken, die offenbar nur schwer wieder aufzufüllen sind. Was tun? Zugegeben, bei der Küchenrolle oder beim Toilettenpapier wird es mit den Alternativen schwierig und ein Verzicht gestaltet sich nahezu unmöglich. Doch in Sachen Desinfektionsmittel ist es einfacher. Das sieht übrigens auch "Ökotest" so. Die Experten weisen auf verschiedene Möglichkeiten hin, Viren und Bakterien von den Händen zu entfernen.

Richtiges Händewaschen ist der Super-Viren-Killer

Händewaschen gegen Viren
Richtiges Händewaschen mit Seife beseitigt Viren und Bakterien
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Es ist eigentlich ganz simpel: Wer sich häufig - und vor allem richtig - die Hände wäscht, hat im Kampf gegen Viren schon viel richtig gemacht. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln ist zu Hause im Prinzip überhaupt nicht notwendig, meint auch das Robert-Koch-Institut. Denn Händewaschen mit Wasser und Seife ist ein Viren-Killer: Sogenannte "Behüllte Viren" - wie etwa das Coronavirus - mögen die fettlösenden Inhaltsstoffe von Seifen überhaupt nicht – ihre Hüllen zerplatzen, die Viren werden inaktiv. Auch ganz normales Spülmittel ist übrigens ein hervorragender Fettlöser und damit genauso tödlich für Viren wie Seife.

Richtig Händewaschen in 3 Schritten:

  1. Hände nass machen
    Dafür die Hände komplett unter fließendes (am besten warmes) Wasser halten.
  2. Rundherum einseifen
    Der Schaum muss überall gründlich verteilt werden - auf der Handfläche, zwischen den Fingern, am Handrücken.
  3. Zeit lassen
    20 bis 30 Sekunden lang sollte die Handwäsche dauern, um effektiv zu sein.

Ein ordentlicher Schnaps kann zur Not auch desinfizieren

Alkohol gegen Viren kann helfen
Hochprozentiges kann beim Desinfizieren der Hände helfen
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Falls Ihnen das Händewaschen doch zu wenig ist und keine Hand-Desinfektionsmittel mehr im Medikamentenschrank sind, kann ein Blick in die Hausbar helfen. Wer hier noch richtig Hochprozentiges gelagert hat, kann laut Öko-Test auch damit Viren und Bakterien entfernen. Allerdings ist die Auswahl der Schnäpse, die den notwendigen Alkoholgehalt haben, nicht ganz so groß. Für eine effektive Hand-Desinfektion sind nämlich über 60 Prozent Alkoholanteil nötig.

Sie müssen also schon zum Stroh-Rum* 🛒 greifen
oder zu Absinth* 🛒

Da es sich eigentlich um Getränke (für Erwachsene!) handelt, sollte die Hand-Desinfektion mit Schnaps eine absolute Ausnahme sein - sonst leidet Ihre Haut.

Auch gut gegen Viren: Melissengeist

Melissengeist* 🛒 hat einen Alkoholgehalt von mehr als 60 Prozent und ist damit ebenfalls eine Waffe gegen behüllte Viren. Und im Gegensatz zum Schnaps ist Melissengeist sogar "zur äußeren Anwendung empfohlen", schreibt Öko-Test. Soll heißen: Damit können Sie sich auch häufiger die Hände einreiben. Trotzdem am besten regelmäßig die Hände mit Handcreme pflegen, um eine Austrockung der Haut zu vermeiden.

DIY-Desinfektionsmittel – keine wirklich gute Idee

Desinfektionsmittel: Bitte nicht selber experimentieren
Das Heimlabor ist keine Lösung bei Desinfektionsmittelmangel
© (C)2014PamelaMoore/fstop123 ((C)2014PamelaMoore/fstop123 (Photographer) - [None], istock, Pamela A. Moore

Frei nach dem Motto "Man nehme …" brauen einige aus der Not heraus ihr Desinfektionsmittel selbst. Eigentlich keine gute Idee. Das findet jedenfalls die Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände: Der Verband warnt vor den Gefahren, die beim Mischen der Substanzen drohen, weil Bestandteile wie Alkohol/Ethanol leicht in Flammen aufgehen. Wer damit in der Nähe von Feuer oder heißen Flächen herumhantiert, bringt sich in Gefahr. Das ist zu beachten, wenn man Anleitungen wie das Desinfektionsmittel-Rezept der Weltgesundheitsorganisation WHO und andere befolgt.

Handpflege nicht vergessen

Wer seine Hände momentan besonders oft wäscht oder auch mit Desinfektionsmitteln bearbeitet, hat das Problem, dass die Haut schnell austrocknet. Und das kann dann auch wieder zu einem Problem werden. Viren und auch andere Keime mögen trockene Haut. Hier können sie sich leichter einnisten und verstecken. Also vergessen Sie nicht ihre Hände regelmäßig mit einer entsprechenden Handcreme zu versorgen. Mit unseren Tipps werden auch die trockensten Hände wieder weich.

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