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Statt 9-Euro-Ticket für ÖPNV: Länder-Verkehrsminister wollen Nulltarif

Reaktion auf Entlastungspaket

Nulltarif statt 9-Euro-Ticket: Das ist der Gegenvorschlag der Verkehrsminister

Hunderte Euro für ALLE! Bund beschließt dicke Entlastungen Familien, Arbeiter und 9-Euro-Ticket
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Familien, Arbeiter und 9-Euro-Ticket
Hunderte Euro für ALLE! Bund beschließt dicke Entlastungen

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Ein 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn will die Ampel, um alle Bürger zu entlasten (siehe Video). Jetzt schlagen die Verkehrsminister der Länder vor: Macht die Tickets ganz kostenlos. Der Bund hatte die Umsetzung des 9-Euro-Tickets den Länder-Verkehrsministern übergeben. DIE meinen jetzt: Es ist einfacher, gleich komplett auf Nulltarif zu gehen. Jetzt soll eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe beide Vorschläge prüfen.

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Bremens Bürgermeisterin Maike Schäfer: Wegen administrativem Aufwand ist Nulltarif einfacher!

Die Finanzierung könne am Ende nicht wieder an den ÖPNV-Unternehmen, den Kommunen oder den Ländern hängen bleiben, erklärte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Maike Schäfer. Die klare Erwartungshaltung sei, dass der Bund das finanziere. „Der administrative Aufwand wird sehr groß eingeschätzt, deshalb war die Empfehlung der Verkehrsministerkonferenz: statt neun Euro für 90 Tage, einen Nulltarif einzuführen.“ Das sei gerade für den Aufwand der Verkehrsbetriebe, die ihre Systeme umstellen müssten, einfacher und auch günstiger. Die Empfehlung werde nun in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe geprüft, so Schäfer.

Die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz machte deutlich: „Wir wollen nicht noch drei, vier, fünf Monaten warten bis das Ganze umgesetzt ist. Es macht nur Sinn, jetzt schnell damit, anzufangen, damit auch die Menschen möglichst jetzt, wo die Spritpreise hoch sind, den Benefit von einem kostengünstigen Ticket oder einem Nulltarif-Ticket bekommen. Und dann auch wieder Lust haben, mit dem ÖPNV zu fahren“, so Bremens Mobilitäts-Bürgermeisterin Maike Schäfer.

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Vorsitzende: Nulltarif einfacher als 9-Euro-Tarif umzusetzen Verkehrsminister-Konferenz
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Verkehrsminister-Konferenz
Vorsitzende: Nulltarif einfacher als 9-Euro-Tarif umzusetzen

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Bundesverkehrsminister: Koalitionsausschuss entschied sich für 9-Euro-Variante

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) betonte, dass sich der Koalitionsausschuss am Vortag auch mit einer solchen Null-Tariflösung befasst habe. Das Gremium habe sich abschließend aber für die 9-Euro-Variante entschieden. Der Bundesverkehrsminister machte klar: Die geplanten günstigen ÖPNV-Tickets sollen auch für Abos gelten. Die Kosten für Abos würden dann nicht abgebucht oder erstattet, machte Wissing am Freitag nach Beratungen der Verkehrsminister von Bund und Ländern deutlich.

Lese-Tipp: Gilt der günstige Tarif auch für Abo-Kunden?

Bundesverkehrsminister Wissing: 9-Euro-Ticket auch für Abo-Kunden

Es gebe keinen Grund, wegen des 9-Euro-Monatstickets ein Abo zu kündigen. Er halte das günstige Ticket für relativ schnell umsetzbar, wenn man Online-Tickets anbiete, sagte Wissing. Die Ampel hatte beschlossen, für 90 Tage ein Ticket für 9 Euro pro Monat im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) einzuführen. Wissing sprach von Kosten in Höhe von 2,5 Milliarden Euro, die der Bund den Ländern erstatte. Wenn mehr Geld notwendig sei, werde sich der Bund nicht verweigern.

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Wissing: Auch Abo-Kunden sollen profitieren! Verkehrsministerkonferenz
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Verkehrsministerkonferenz
Wissing: Auch Abo-Kunden sollen profitieren!

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Wissing: Ein reines Online-Angebot für Tickets kann administrativen Aufwand verhindern!

Der Befürchtung der Länder, dass der Vorstoß für Verkehrsverbünde und Unternehmen einen hohen administrativen Aufwand bedeuten könnte, widersprach Wissing. Dies könne über ein reines Online-Angebot verhindert werden. Zudem ließe sich auf diese Weise die Nachfrage von Kundinnen und Kunden deutlich besser nachvollziehen als etwa bei einem Nulltarif. „Bei dem 9-Euro-Ticket kennt man die Zahl der zusätzlichen Fahrgäste und kann entsprechend disponieren und vermeidet dadurch, dass es zu punktuellen Überlastungen kommt“, betonte er. (dpa/swi/lwe)

Weniger Aufwand durch digitales Ticket für 9 Euro Bundesverkehrsminister Wissing:
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Bundesverkehrsminister Wissing:
Weniger Aufwand durch digitales Ticket für 9 Euro

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