Mann (49) soll 14-Jährige bedrängt und gestalkt haben

Stalking-Prozess in Freiberg (Sachsen): Stieftochter beschreibt Angeklagten als "unberechenbar" und "herrisch"

Melanie H., Stieftochter des Angeklagten
Melanie H., Stieftochter des Angeklagten

19. Oktober 2021 - 17:53 Uhr

Melanie H.s Stiefvater soll eine 14-Jährige bedrängt haben

Das Urteil im Fall des mutmaßlichen pädophilen Stalkers aus Sachsen ist vertagt. "Mutter und Tochter wurden positiv auf Corona getestet und wieder nach Hause geschickt", berichtet RTL-Reporter Frank Vacik aus dem Gericht in Freiberg. Unterdessen erhob die Stieftochter des Angeklagten schwere Vorwürfe gegen Martin P. (Name von der Redaktion geändert), den sie als "unberechenbar und herrisch" beschreibt.

Angeklagter wollte Reporterfragen nicht beantworten

Der angeklagte Martin P. wollte Fragen unseres Reporters nicht beantworten.
Der angeklagte Martin P. wollte Fragen unseres Reporters nicht beantworten.

Laut Anklage muss sich der Mann (49) wegen Nachstellung verantworten. Ihm wird vorgeworfen, zwischen Februar 2021 bis Mai 2021 gegen das ihm auferlegte Kontaktverbot zu dem damals 14-jährigen Opfer verstoßen zu haben. RTL berichtete ausführlich. Außerdem soll er der Schülerin Briefe mit überaus verstörendem Inhalt geschrieben haben. Im Video liest die Mutter des Mädchens Ausschnitte daraus vor.

Die Mutter des Mädchens sagte, der Mann habe bis heute Kontakt zu ihrer Tochter, dies geschehe nicht gegen den Willen des Kindes. Unser Reporter berichtet, dass Mutter und Tochter zwar gemeinsam zum Gericht gekommen seien, das Mädchen sich jedoch abweisend gegenüber der Mutter verhalten habe. Der angeklagte P. selbst wollte Fragen unseres Reporters zu den Vorwürfen nicht beantworten.

Stieftochter findet, dass Martin P. "lange Zeit weggesperrt" werden müsse

Melanie H., die Stieftochter des Angeklagten, äußerte sich hingegen nach der Verhandlung entsetzt. "Ich kann es eigentlich nicht in Worte fassen", sagt die 32-Jährige. Sie habe nicht gewusst, warum ihre Mutter die Beziehung mit Martin P. beendete, erzählt sie. "Mir wurde ein anderer Grund genannt, warum sich meine Mutter von meinem Noch-Stiefvater getrennt hat."

Die P. zu Last gelegten Taten bezeichnet sie als "einfach nur krank und pervers." Er gehöre "lange Zeit weggesperrt", findet sie, er dürfe "nicht auf die Straße." Sie habe nicht glauben wollen, dass ihn ihm "so eine Seite" stecke. Andererseits, sagt sie, sei er "schon immer "unberechenbar", "besitzergreifend", und "herrisch" gewesen.

Der Prozess wurde auf den 17. Dezember vertagt. Das Urteil soll noch in diesem Jahr fallen. (uvo)