Diebesgut soll über 100 Millionen wert seinSpektakulärer Juwelen-Raub: Ende Januar beginnt Hauptverhandlung gegen mutmaßliche Täter

Die mutmaßlichen Täter sind gefasst – das Diebesgut immer noch nicht gefunden. Nach dem millionenschweren Diamanten-Raub aus dem Dresdner Grünen Gewölbe angeln sich die Ermittler weiter von Mini-Erfolg zu Mini-Erfolg. Nun wurde die Anklage im Fall „Grünes Gewölbe“ (Aktenzeichen E 127-1/21(006)) zur Hauptverhandlung zugelassen. Am Freitag, 28. Januar, soll sie beginnen.
Diebstahl im ganz großen Stil
Laut Mitteilung des Landgerichts Dresden hat die 2. Große Strafkammer (Jugendkammer) mit Beschluss vom Mittwoch die Anklage der Staatsanwaltschaft Dresden vom 1. September 2021 gegen sechs Angeklagte, denen die Beteiligung am Einbruch in das Historische Grüne Gewölbe im Residenzschloss in Dresden vom 19. November 2019 vorgeworfen wird, unverändert zur Hauptverhandlung zugelassen und Termine zur Hauptverhandlung bestimmt. Für die fünf Angeklagten in Untersuchungshaft wurde diese demnacht verlängert. „Der weitere Angeklagte befindet sich in anderer Sache in Strafhaft“, so das Landgericht Dresden.
Bei dem spektakulären Einbruch sollen Schmuckstücke von überragender kunst- und kulturhistorischer Bedeutung im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro entwendet worden sein.
Beim Raub und der Flucht sollen die Angeklagten weitere Straftaten begangen haben. So soll der für die eigentliche Tatbegehung eingesetzte Pkw im Anschluss in der Tiefgarage eines Wohnkomplexes in Dresden abgestellt und in Brand gesetzt worden sein, um Spuren zu beseitigen. Hierdurch soll es zur Beschädigung von insgesamt 61 weiteren dort abgestellten Fahrzeugen gekommen sein. Der hierdurch entstandene Rauch soll in mindestens eine Wohnung eingedrungen sein. Ein Bewohner soll gesundheitlich beeinträchtigt worden sein.
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Was ist mit dem Diebesgut passiert
Derweil fahnden eine Sonderkommission, das BKA und einige Landeskriminalämter weiter nach den Juwelen. Auch Privatermittler, Anwälte und Mäzene sind auf der Jagd nach dem Dresdener Kunstschatz. Wurden die einzigartigen Dresdener Diamantgarnituren nach der Tatnacht vom 25. November 2019 in Einzelteile zerlegt, um sie in den Netzwerken der organisierten Kriminalität arabischer Clans zu Geld zu machen? Oder lagert der Kunstschatz zwei Jahre nach dem Einbruch noch immer in Verstecken in Neukölln, Izmir oder Beirut?
Insgesamt wird den Angeklagten – allesamt Mitglieder des Berliner Remmo-Clans –Bandendiebstahl in zwei Fällen, schwerer Bandendiebstahl in Tateinheit mit gemeinschädlicher Sachbeschädigung, Brandstiftung und besonders schwere Brandstiftung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen.
Die Jugendkammer ist zuständig, weil zwei der Angeklagten zur Tatzeit das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. (mli)





























