Verfehlte Wohnungspolitik oder freundschaftliche Geste?

SPD-Spitzenpolitikerin Katarina Barley sucht über Twitter nach Wohnung

Katarina Barley (SPD) suchte über Twitter eine Wohnung für "die Tochter einer Freundin". Inzwischen ist der Tweet wieder gelöscht.
Katarina Barley (SPD) suchte über Twitter eine Wohnung für "die Tochter einer Freundin". Inzwischen ist der Tweet wieder gelöscht.
© deutsche presse agentur

14. September 2021 - 10:54 Uhr

Suche für eine Freundin

Heutzutage an eine Wohnung in einer deutschen Innenstadt zu kommen, ist nicht einfach. Und schon gar nicht über den freien Wohnungsmarkt. Da hilft häufig "Vitamin B". Das hat wohl auch SPD-Spitzenpolitikerin Katarina Barley gemerkt und hilft nun einer Freundin, indem sie sich auf Twitter nach einer Wohnung umhört. Das Netz antwortet mit Hohn.

"Symboltweet" der Wohnungspolitik

Katarina Barley, Tweet, 13.09.2021, Wohnungssuche für Freundin
So suchte Katarina Barley nach einer günstigen Wohnung in Bonn.
© Twitter

Über Facebook, Twitter und Co. eine Wohnung suchen: Das ist mittlerweile gang und gäbe. Aber sollte auch die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments ihren Twitter-Account dafür nutzen? Und ist dieser Tweet einer hochrangigen Politikerin schon Beweis einer verfehlten Wohnungspolitik? Diese Fragen hat nun ein Tweet von Katarina Barley hervorgerufen.

Die SPD-Europapolitikerin fragte auf der Social-Media Plattform nach einer kleinen Wohnung in Bonn bis 460€ warm für "die Tochter einer Freundin". Viele User sahen das als "Symboltweet" einer gescheiterten Wohnungspolitik. Auf Barleys Frage "Kann da vielleicht jemand helfen?" kommentierte ein User mit "Vielleicht ein Mietendeckel?".

FDP-Kollege hilft aus

Andere Nutzer stellen in Frage, ob sich die Spitzenpolitikerin ihre Reichweite ausnutzt, um einen Vorteil auf dem Wohnungsmarkt zu ergattern. Für Alexander Lambsdorff von der FDP-Fraktion scheint das kein Problem zu sein. Er bot der der Kollegin seine Hilfe an: "Es ist gerade Semesterbeginn, aber ich höre mich mal um. LG aus Bonn" Lambsdorff ist Mitglied des Kreisverbands Bonn der FDP und zog über den Wahlkreis 2017 in den Bundestag ein.

Mittlerweile hat Barley ihren Post nach nicht einmal 24 Stunden wieder gelöscht. Ob sie bereits fündig geworden, oder ihr der Gegenwind aus dem Internet zu viel geworden ist, lässt sich nur spekulieren. (skn)