Negativzinsen

Diese Banken und Sparkassen bestrafen ihre Kunden fürs Sparen

Trend zu Negativzinsen für hohe Sparsummen
Trend zu Negativzinsen für hohe Sparsummen
© dpa, Daniel Karmann, dka fpt fgj abl

13. Januar 2021 - 13:59 Uhr

Immer mehr Kreditinstitute verlangen Strafzinsen

Für immer mehr Sparer wird Tagesgeld bei größeren Summen zu einem Minusgeschäft. Allein zum Jahreswechsel haben nach einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox 24 Banken und Sparkassen Negativzinsen ab bestimmten Summen eingeführt oder bestehende Regelungen verschärft.

Banken und Sparkassen geben Negativzinsen an Kunden weiter

Damit brummen inzwischen insgesamt 197 Institute Privatkunden Strafzinsen auf. "Die Negativzinswelle rollt mit unverminderter Wucht über das Land", analysierte Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Eine Trendwende ist nach seiner Einschätzung vorerst nicht in Sicht.

"Nach dem historischen Konjunktureinbruch im Zuge der Corona-Pandemie sind höhere Zinsen auf absehbare Zeit kein Thema", argumentierte Maier. "In den kommenden Wochen und Monaten dürften viele weitere Banken Negativzinsen einführen."

Geschäftsbanken müssen aktuell 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Auch wenn es inzwischen Freibeträge für bestimmte Summen gibt, bleibt dies für die Branche eine Milliardenbelastung. Die Kosten geben immer mehr Geldhäuser ganz oder teilweise weiter und berechnen Kunden Negativzinsen.

Negativzinsen teilweise auch auf Girokonten

Das Vergleichsportal Verivox hat die im Internet veröffentlichten Preisaushänge von etwa 800 Banken und Sparkassen ausgewertet. Demnach haben 20 Institute zum Jahresbeginn Strafzinsen eingeführt. Drei weitere haben den Freibetrag gesenkt. Ein Institut hat die Negativzinsen tiefer ins Minus gedrückt.

Den Angaben zufolge räumen insgesamt 58 Kreditinstitute ihren Kunden deutlich weniger als 100.000 Euro Freibetrag ein, davon verlangen neun Geldhäuser ab dem ersten Euro Strafzinsen. Teilweise können aber Freibeträge individuell vereinbart werden. Auch die drei - gemessen an der Kundenzahl - größten Online-Banken haben Negativzinsen eingeführt. Die Angaben beziehen sich auf Tagesgeldkonten. In einigen wenigen Fällen gilt der Negativzins fürs Girokonto.

RTL.de empfiehlt

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Diese Banken und Sparkassen erheben Negativzinsen auf Tagesgeld

KreditinstitutZinssatzFreibetrag
Comdirect- 0,5 %100.000 €
Commerzbank- 0,5 %100.000 €
Deutsche Bank- 0,5 %100.000 €
Deutsche Skatbank- 0,5 %25.000 €
DKB- 0,5 %100.000 €
ING- 0,5 %100.000 €
N26- 0,5 % 50.000 €
Netbank- 0,5 % 100.000 €
Norisbank- 0,5 %100.000 €
Postbank- 0,5 %100.000 €

Die Deutsche Bank erhebt auch auf Girokonten Negativzinsen.

Außerdem geben viele regionale Sparkassen, Raiffeisenbanken und Volksbanken die Negativzinsen von meist -0,5 % an die Kunden weiter.

Diese Banken und Sparkassen erheben Negativzinsen ohne Freibetrag

KreditinstitutZinsen
Bayerische BodenseeBank- 0,5 %
Raiffeisen - meine Bank Hilpoltstein- 0,5 %
Volksbank GMHütte-Hagen-Bissendorf- 0,5 %
Volksbank Hameln-Stadthagen- 0,5 %
Volksbank Schermbeck- 0,5 %
Volksbank Zwickau- 0,5 %
VR-Bank Altenburger Land- 0,5 %
VR Bank Neuburg-Rain- 0,5 %
VR-Bank Westmünsterland- 0,5 %

Negativzinsen müssen ausdrücklich vereinbart werden

Verbraucherschützern zufolge sind Negativzinsen bei Bestands- und Neukunden nur zulässig, wenn das Verwahrentgelt explizit mit ihnen vereinbart wurde. Es reiche nicht, lediglich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zu ändern.

Verivox weist darauf hin, dass nicht alle Banken ihren Preisaushang online veröffentlichen oder darin Negativzinsen ausweisen. Tatsächlich dürften daher mehr als 197 Banken ein Verwahrentgelt von Privatkunden verlangen. Zum Vergleich: Nach letzten Daten der Bundesbank gab es 2019 noch 1717 Kreditinstitute in Deutschland.


Quelle: DPA / Verivox/ RTL.de

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