Querschnittsgelähmte in zwei Disziplinen erfolgreich

Zweimal Silber, einmal Gold: Para-Kanutin will ihre vierte Olympia-Medaille

22. Juli 2021 - 17:07 Uhr

Edina ist nicht zu stoppen

Wasser ist ihr Element - Kanu ihre Leidenschaft. Edina Müller ist eine der erfolgreichsten Para-Kanutinnen Deutschlands und auch in Tokio will sie nach ganz oben aufs Siegertreppchen. Ein realistisches Ziel für die 38-Jährige aus Hamburg, denn "das Zusammenspiel von Familie und Sport hat mich noch stärker gemacht", erzählt sie RTL Nord-Reporterin Mirijam Pekeler.

Wie sie Familie und Sport zusammenbringt und wie sie ihr Sohn unterstützt und motiviert, sehen Sie im Video.

Schicksalsschlag mit 16 Jahren

Edina Müller kommt gebürtig aus dem Rheinland und ist gefühlt schon immer sportverrückt. Mit 16 Jahren ist sie begeisterte Volleyballerin. Doch dann der Schicksalsschlag: Wegen Rückenproblemen muss sie zum Arzt. Und ist seit einem Behandlungsfehler nach einem missglückten Einrenkversuch der Wirbelsäule querschnittgelähmt. Das war bereits im Jahr 1999.

Olympia-Medaillen im Rollstuhl-Basketball

Aufgegeben hat sie danach aber nicht – im Gegenteil: Neun Jahre nach dem Schicksalsschlag ist sie eine von Deutschlands besten Rollstuhlbasketballerinnen. In Peking 2008 gewinnt sie mit ihrem Team die Silber-Medaille, in London 2012 sogar die Gold-Medaille. "Im Finale dann Gold, das war unglaublich (…) London waren auch einfach fantastische Spiele (…) und diese Sportbegeisterung, die uns da - nicht nur während der Spiele, sondern auch draußen entgegengebrandet sind - das war einfach unglaublich", schwärmt Edina rückblickend.

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Ihre neue Herausforderung

Edina Müller in ihrem Element.
Edina Müller in ihrem Element.
© RTL Nord

Zwei Jahre nach ihrem bisher größten Erfolg in London wechselt die Wahlhamburgerin ins Kajak. Ein neues Terrain mit einer neuen Herausforderung. Aber auch hier zeigt die 38-Jährige ihr Können. 2016 holt sie zum ersten Mal eine Einzelmedaille, Para-Silber in Rio de Janeiro. Damit qualifiziert sich Edina Müller für die Paralympics in Tokio. Die Krönung wäre natürlich die Gold-Medaille. Leben kann sie übrigens von ihrem Sport nicht – sie arbeitet 20 Stunden in der Woche als Sporttherapeutin, wie ihr langjähriger Trainer Arne Bandholz verrät.

Das sind die norddeutschen Olympia-Hoffnungen

Neben Edina Müller sind noch weitere Sportler aus dem Norden in Tokio: Die erst 19-jährige Hannah Küchler ist im Olympischen Schwimmbecken unterwegs, Luise Wanser und Anastasiya Winkel starten mit ihrem Boot "Nemo" in der 470er-Klasse im Segeln. Und auch die Sprint-Hoffnungen Owen Ansah und Lucas Ansah-Peprah aus Hamburg sind bei dem sportlichen Großereignis dabei. Und "ganz nebenbei" trägt die Hamburger Beachvolleyballerin Laura Ludwig zusammen mit Patrick Hausding die Deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier.

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