14 Tote bei Unglück in Italien

Luca wartete an der Seilbahn auf seine Schwester, doch Silvia (†27) kam nie an

Der Bruder wartete hier in dieser Abfahrtsstation auf seine Schwester Silvia.
Der Bruder wartete hier in dieser Abfahrtsstation auf seine Schwester Silvia.
© dpa, Antonio Calanni, AC rac alf

31. Mai 2021 - 9:34 Uhr

Silvia wollte Studienabschluss mit ihrem Bruder feiern

Die 27 Jahre alte Silvia war eins der ersten Opfer, die nach dem Absturz der Gondel identifiziert wurden. Sie hatte erst vor zwei Monaten ihr Studium beendet und wollte mit ihrem Freund Alessandro (29) zusammenziehen. Mit ihm und ihrem Bruder Luca wollte sie ihren Studienabschluss feiern – doch der Tag endete in einer Tragödie. Bei dem Seilbahn-Unglück in Stresa nahe des Lago Maggiore kamen nicht nur Silvia und ihr Partner, sondern noch 12 weitere Menschen ums Leben. Sie alle wollten einen schönen Sonntagsausflug machen, von dem sie nie zurückkehrten.

Nach Nachricht über Seilbahn-Unglück hatte Silvias Mutter sofort ein schlimmes Gefühl

Silvia wollte am Pfingstsonntag mit ihrem Freund Alessandro und ihrem Bruder Luca ihren Studienabschluss feiern. Ganz entspannt, in der Natur. Die 27-Jährige und ihr Freund stiegen in die Seilbahn ein. Ihr Bruder wartete bei der Abfahrtsstation auf die beiden. Was er nicht ahnte: Es war das letzte Mal, dass er seine Schwester und ihren Freund lebend sah. Silvia und Alessandro saßen in der Todes-Gondel der Stresa-Mottarone-Seilbahn.

Silvias Mutter hörte von dem Unglück und versuchte sofort, ihre Tochter zu erreichen. Dann rief sie ihren Sohn an, wie "ilgiornale.it" berichtet. "Meine Mutter hatte direkt ein schlimmes Gefühl", erzählt Luca. Bald gab es auch traurige Gewissheit für die Familie: Bis auf einen kleinen Jungen hatte niemand das Seilbahnunglück überlebt.

Silvia und Alessandro waren zwei der 14 Todesopfer. "Meine Schwester war sehr sehr lieb, doch was nützt es jetzt? Jetzt ist sie nicht mehr da und ich wollte, ich wäre mit ihr tot", sagt der Bruder unter Tränen. (mca)

HANDOUT - 23.05.2021, Italien, Stresa: Die Aufnahme der Feuerwehr zeigt Feuerwehrleute an einer abgestürzten Gondel, die in einem Waldstück liegt. Bei dem Seilbahnunglück in der norditalienischen Provinz Verbano-Cusio-Ossola sind neun Menschen ums Le
Neun Tote bei Seilbahnunglück in Italien
© dpa, Vigili del Fuoco, kde

"Wir steigen jetzt auf, es ist ein Paradies"

Mit in der Gondel waren auch Roberta und Angelo. Er wollte seinen 45. Geburtstag auf ganz besondere Weise mit seiner Partnerin Roberta verbringen. Die Fahrt mit der Seilbahn sollte der Höhepunkt des Ausflugs werden. Der Berg, Monte Mottarone, ist 1.491 Meter hoch, liegt zwischen zwei Seen. Bei der Gondelfahrt bietet sich ein Panoramaausblick wie in einem Bilderbuch.

Roberta schrieb ihrer Schwester noch eine letzte Nachricht als es losging: "Wir steigen jetzt auf, es ist ein Paradies." Nur Minuten später war sie tot. Wenige Meter vor dem Ziel stürzte die Gondel aus ungeklärter Ursache ab.

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Der sechsjährige Mattia sollte Mamas Ringe zum Altar tragen

Auch die Familie Z. wollte einen schönen Sonntag verbringen, der in einer Tragödie endete. Elisabetta und Vittorio wollten sich am 24. Juni das Ja-Wort geben. Die 38-Jährige wollte nach zwei gescheiterten Ehen endlich neu anfangen. Ihr jüngster Sohn, Mattia, sollte die Ringe zum Altar tragen. Der Sechsjährige saß auch in der Todes-Gondel und verstarb sechs Stunden nach dem Absturz. (mca)