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Schweiz: Mädchen von Corona-Impfgegner-Kindern gemobbt

„Du bist geimpft, du wirst sterben.“

Schweiz: Mädchen von Corona-Impfgegner-Kindern gemobbt

Streit wegen Corona-Impfungen kann es auch unter Kindern geben. (Symbolbild)
In der Schweiz soll ein siebenjähriges Mädchen gemobbt worden sein, weil es gegen Corona geimpft war. (Symbolbild)
picture-alliance/ ZB, Jörg lange

Der Graben zwischen Impfgegnern und Befürwortern in Deutschland wird breiter. Unversöhnlich stehen sich die beiden Lager bei den regelmäßigen Montags-Protesten gegenüber. Manchmal müssen auch Kinder die aggressive Stimmung aushalten . Die Debatte um die Impfpflicht verschärft die Situation immer weiter. Eine Meldung aus der Schweiz zeigt nun, wie sehr sich die Aufregung der Eltern auf die kleinsten Bürger übertragen kann: Ein siebenjähriges Mädchen aus dem Kanton Thurgau soll von anderen Kindern gemobbt und ausgeschlossen worden sein – weil es geimpft worden war. Das berichtet das Schweizer Nachrichtenportal „Nau.ch“.

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Kinder streiten über Impfung

„Ich fand es seltsam, dass das Nachbarsmädchen nicht wie sonst immer am Sonntag bei uns geläutet hat“, wird der Vater zitiert. Später soll er herausgefunden haben, dass seine Nachbarn Bedenken hätten, weil seine Tochter geimpft war. Die Nachbarn hätten Angst vor „Impfstoff-Shedding“ gehabt. So nennt man die (unbegründete) Sorge aus der Impfgegner-Gerüchteküche, dass Geimpfte gefährliche Spike-Proteine auf Ungeimpfte übertragen könnten.

Auf dem Schulweg wäre das Mädchen dann von anderen Kindern angegangen worden: „Du bist geimpft, du wirst sterben,“ sollen andere Kinder gesagt haben. Das Mädchen soll sebstbewusst reagiert haben: „Nein, ich bin jetzt geschützt.“

In diesem Fall soll sich die Situation wieder beruhigt haben. Aber es verdeutlicht, dass auch bei Corona-Fragen Kinder Erklärung, Einordnung und Beruhigung mit Feingefühl benötigen. (cli)