Kind stirbt an Kälteschock

Junge (†3) soll ein Zwilling sein! Kam es zu einer tragischen Verwechslung?

Auf diesem Spielplatz spielten die Kinder vor dem Unglück.
© RTL

29. Januar 2020 - 9:48 Uhr

Dreijähriger leblos in der Rems gefunden

Der kleine Junge tobte am Montagmittag mit seiner Kindergartengruppe auf einem Spielplatz am Ufer der Rems, als sich das tragische Unglück ereignete. Unbemerkt entfernte er sich von den anderen Kindern und ging zum Flussufer. Als das Betreuungspersonal sein Fehlen bemerkte, war es schon zu spät: Der Dreijährige wurde leblos im Wasser gefunden. Laut Polizei ist der Junge nicht ertrunken, sondern starb an einem Kälteschock. Wie RTL von einer Bekannten der Familie nun erfahren hat, kam es offenbar zu einer folgenschweren Verwechslung.

Junge (†3) soll einen Zwillingsbruder haben

Der verstorbene Junge hat einen Zwillingsbruder, sagte die Bekannte zu RTL. Dadurch soll es zu einem tragischen Missverständnis gekommen sein. Demnach habe die Erzieherin den Zwilling auf dem Kinderspielplatz gesehen und ihn für den vermissten Jungen gehalten. So habe sie nicht bemerkt, dass einer der Zwillinge fehle, weshalb er auch erst später entdeckt worden sei.

Erzieher informierten die Polizei kurz nach Mittag

Joachim Bläse, Bürgermeister von Schwäbisch Gmünd, ist erschüttert.
Joachim Bläse, Bürgermeister von Schwäbisch Gmünd, ist erschüttert.
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Nach bisherigen Informationen hatten die Erzieher das Fehlen des Jungen kurz nach Mittag bemerkt und die Polizei um 12.15 Uhr informiert. Anschießend sei eine Suche eingeleitet worden, so ein Sprecher. Nach wenigen Minuten wurde der leblose Körper des Dreijährigen in der Rems gefunden. Die herbeigerufenen Rettungskräfte versuchten den Jungen umgehend zu reanimieren. Er starb später im Krankenhaus.

Das Team des Kindergartens Regenbogenland im Unipark musste psychologisch betreut werden. Direkt nach dem Unglück hatte sich ein Kriseninterventionsteam um Erzieher, Kinder und Eltern gekümmert. Weil das bei weitem nicht gereicht habe, wurden auch noch zwei Notfallseelsorger dazu geholt, erklärte Joachim Bläse, Bürgermeister von Schwäbisch Gmünd.

Bürgermeister: "Wir tragen die Verantwortung"

Der dreijährige Junge ist kurz nach Mittag verschwunden.
Der dreijährige Junge ist kurz nach Mittag verschwunden.
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"Für mich ist das heute noch immer unfassbar", sagte Bläse am Dienstag im RTL-Interview. Die Stadt ist Träger des Kindergartens, darum übernimmt der Bürgermeister die Verantwortung für das Unglück. "Das ist unverzeihlich. Ich kann es den Eltern ja auch nicht erklären", meint er. "Ich kann nur sagen: Mein Mitgefühl und ja, wir tragen die Verantwortung, aber das bringt ihnen ja auch das Kind nicht zurück."

Die Betreuung im Kindergarten werde weitergeführt. Alle Mitarbeiter, die sich in der Lage fühlten, zu arbeiten, seien wieder im Einsatz, so Bläse. Gerade in einer solchen schwierigen Situation sei es für die Kinder in den Gruppen wichtig, in einer gewohnten Umgebung von vertrauten Erzieherinnen und Erziehern betreut zu werden. Der Bürgermeister kündigte außerdem an, die Standards für solche Ausflüge zu überprüfen. "Jetzt wird alles hinterfragt", sagte er.