Die Verlockung von "Shoppe jetzt. Bezahle später."

So offen zeigen junge Menschen ihre Klarna-Schulden auf TikTok

13. September 2021 - 10:06 Uhr

Macht Klarna Verschuldung zu einfach?

Lust zu shoppen, aber wenig Geld auf dem Konto? Kein Problem! Mit Finanzdienstleistern wie Klarna lässt sich das Bezahlen des Einkaufs einfach in die Zukunft schieben. Doch das verführerische Konzept wird für viele junge Menschen schnell zur Schuldenfalle. Das stellen die Millenials selbst auf TikTok zur Schau, wie das Video zeigt.

Gefährlich niedrigschwellig

Ein, zwei Klicks – und schon bald kommt die Lieferung. Online-Shopping mit Klarna kann sehr einfach sein. Nur blöd, dass der Bezahldienst irgendwann das ausgegebene Geld einfordert. So kann sich schnell mal eine größere Summe ansammeln. Das zeigen zumindest viele junge Menschen auf TikTok. Vor allem Millenials verarbeiten in oft selbstironischen Videos ihre Geldprobleme mit Klarna. Die Schulden reichen dabei von einigen Euros bis hin in den fünfstelligen Bereich. Viele scheinen eine Art "Hassliebe" für den Zahlungsanbieter entwickelt zu haben.

Der schwedische Finanzdienstleister bietet seinen Kunden an, Zahlungen bis zu 30 Tage später oder in bis zu 24 Monatsraten zu bezahlen. Und die Nachfrage nach den kurzfristigen Krediten boomt. Laut einer Untersuchung der britischen Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) hat sich der Markt mehr als verdreifacht. Die Behörde stellte aber auch potentielle Risiken für Verbraucher fest, wie der Wirtschaftsdienst Bloomberg berichtet. Auch die deutsche Aufsichtsbehörde BaFin beobachtet inzwischen die Bezahl-App.

Tipps für Klarna-Käufe

Bei dem Online-Kauf auf Rechnung ist also Vorsicht geboten. Zwar müssen Sie durch die spätere Zahlung für einen Kauf nicht in Vorkasse gehen, die Rechnung folgt jedoch später – und bei so manchen Kunden gleich doppelt. Denn die Verbraucherzentrale warnt: "Wird die Rechnung nicht pünktlich beglichen, dann drohen Mahn- und Inkassogebühren."

Wenn Sie über Klarna auf Rechnung zahlen, kann es besonders kompliziert werden. Da Klarna ein externer Zahlungsdienstleister ist, gehen Sie bei diesem Vorgang dann gegenüber zwei Parteien eine Verpflichtung ein: Dem Online-Shop und Klarna. Bei einem Widerruf des Kaufs kann es so zu Missverständnissen kommen: Klarna könnte Geld für Artikel einfordern, die Sie bereits wieder zurückgeschickt haben. Um dem vorzubeugen, "sollten Sie bei einem Widerruf des Kaufs sowohl mit dem Händler als auch mit dem Zahlungsdienst in Kontakt treten", so die Verbraucherzentrale. Falls es doch mal zu einer fälschlichen Zahlungsaufforderung kommt, müssen Sie diese zwar nicht bezahlen. Das Missverständnis aufzuklären kann aber mitunter sehr mühsam sein. (skn)

LESE-TIPP: Die Verbraucherzentrale warnt: Vorsicht vor unseriösen Inkassoschreiben!

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