SPD warnt vor AbhängigkeitChance oder Risiko? US-Tech-Gigant Microsoft will in NRW investieren

von Vanessa Brodka

US-Tech-Gigant Microsoft will in NRW investieren - es geht um Milliarden. Neue Rechenzentren und KI-Projekte sollen Jobs bringen und den Strukturwandel stärken.

Wie viel Microsoft tut NRW gut?

Zuhause, bei der Arbeit, beim Bezahlen: Vieles läuft digital. Oft stecken große Unternehmen aus China oder den USA dahinter - gerade in der Verwaltung. Sie ist stark abhängig vom Tech-Riesen Microsoft, warnt Pamela Krosta-Hartl. Sie arbeitet in Bochum an einer Alternative - denn sonst mache sich Deutschland erpressbar, sagt die 52-Jährige. Die USA könnten Zugriff auf unsere Daten haben und uns die digitale Infrastruktur abschalten. Das soll „ZenDiS” verhindern. Es steht für „Zentrum Digitale Souveränität“. Gegründet wurde es 2022 von der damaligen Bundesregierung mit dem Ziel, die öffentliche Verwaltung von Bund, Ländern und Kommunen online unabhängig zu machen. Dafür bietet das Team Beratung und Produkte an, wie Open Desk. Das Programm ist seit zwei Jahren auf dem Markt und hat aktuell knapp 100.000 Nutzern. Es bietet unter anderem eine Kalender-, Chat- und Videofunktion. Die NRW-Landesregierung arbeitet nicht damit. Dafür fehlen derzeit rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen, so ein Sprecher des zuständigen Ministeriums. Die Microsoft-Lizenzen kosten Nordrhein-Westfalen aktuell 15,4 Millionen Euro. Steuergelder. 1,2 Millionen mehr als vor zwei Jahren, heißt es auf RTL WEST Anfrage. Die Ausgaben könnten unberechenbar steigen, kritisiert Alexander Vogt von der SPD. Er fordert Transparenz von der Landesregierung und will wissen, inwiefern NRW abhängig von Microsoft ist. Eine Antwort erwartet er im März.

NRW setzt auf Microsoft: „Von der Kohle zur KI“

Keine Zeit für ein Interview zu dem Thema hat NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Er war vor zwei Jahren bei Microsoft in den USA. Der Tech-Gigant will mehr als drei Milliarden Euro in Deutschland investieren - vor allem in Nordrhein-Westfalen. Es geht um Rechenzentren im Rheinischen Revier. „Von der Kohle zur KI” nennt die Landesregierung das Ganze. Gleichzeitig arbeitet sie auch an unabhängigen digitalen Lösungen.