Zeuge sagt im Bushido vs. Abou-Chaker-Prozess aus

Schockierende Details über Bushido: Er bedrohte zur Belustigung Freunde – diese bekamen Todesangst

Bushido & Anna-Maria
Bushido & seine Frau Anna-Maria gingen in der Vergangenheit nicht immer gut mit ihren Freunden um.
RTL

von Samina Faizi und Niklas Ullrich

Dieses Verhalten würde Bushido wohl selbst mittlerweile verurteilen und am liebsten in dicken Aktenordnern im Landgericht Berlin verschwinden lassen. Doch weil RTL-Reporterin Samina Faizi auch am 76. Prozesstag im Fall „Bushido vs. Arafat Abou-Chaker“ anwesend war, konnte sie hautnah miterleben, was der Zeuge Stephan B. über die früheren Machenschaften von Bushido gesagt hat.

Zeuge war Angestellter in Bushidos Aquariumgeschäft

Der 32-jährige Stephan B. war zusammen mit Steven K., der bereits am 67. Prozesstag geladen und laut eigener Aussage der beste Freund von Bushido war, von Januar 2017 bis Mai desselben Jahres im Aquariumgeschäft des Rappers angestellt, mittlerweile arbeitet er als Krankentransportfahrer.

Und er ist nicht gut auf Anis Ferchichi, so der bürgerliche Name von Bushido, zu sprechen wie sein ehemaliger Arbeitskollege. Erinnert sich der Zeuge zurück an die Zeit, fallen ihm nur negative Dinge über den siebenfachen Familienvater ein: „Bushido hatte eine richtig ekelhafte Aura, man hat sich in seiner Gegenwart nicht wohlgefühlt.“ Größtenteils habe er nur schlechte Laune verbreitet, dabei fing alles recht harmonisch an.

ARCHIV - 17.08.2020, Berlin: Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, sitzt zu Beginn eines Prozesses gegen den Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie in einem Gerichtssaal des Landgerichts. (zu dpa Knapp zwei Jahre Pro
Vor Gericht wird der Streit zwischen Bushido und Arafat Abou-Chaker verhandelt.
pdz lop alf mvk bsc, dpa, Paul Zinken

"Wenn Arafat das rauskriegt, der bricht euch alle Knochen!"

Direkt zu Beginn des Arbeitsverhältnisses lud Bushido die Männer zu einer Geschäftsreise nach Costa Rica ein, die aber mehr oder weniger eine Männertour war. Dabei lässt der Rapper einiges springen, die kompletten Reisekosten gehen auf ihn.

Doch lange hält diese gute Stimmung nicht. Bereits im April 2017 verliert er das Interesse an dem Laden und es kommt zum Verkauf und damit wird auch die dunkle Seite von Bushido mehr als sichtbar.

Denn nur eine Woche nach dem Abverkauf fehlen 5.000 Euro in der Kasse und Stephan B. und Steven K. werden beschuldigt, das Geld genommen zu haben, was sie aber vehement abstreiten. Im Zuge dieses Streits erinnert sich der Zeuge vor Gericht noch an die genauen Worte des 43-Jährigen: „Er hat gesagt: ,Wenn Arafat das rauskriegt, der bricht euch alle Knochen!’“

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Flucht vor Bushido aus Todesangst

Stefan B. bekommt daraufhin Panik, fängt sogar an zu weinen und entwickelt vor lauter Angst eine Magen-Darm-Krankheit. Er erinnert sich auch noch daran, dass Bushido und seine Frau Anna-Maria Spaß daran hatten, ihn einzuschüchtern. Sie belächelten das Schauspiel mit dem eingeschüchterten Mann von oben herab, weil sie sich wohl in der stärkeren Position sahen.

Der 32-Jährige bekam Todesangst und floh mit seiner Freundin zu seiner Schwester nach Schönfließ in Brandenburg, auch wenn die Lage eindeutig war: „Wir wussten ja, dass wir das nicht waren. Er hat das selbst weggenommen, damit er uns schikanieren kann.“

Das Geld wurde am Wochenende entwendet und tauchte nie wieder auf, das Interesse dafür war auch schnell weg. Vor dem Richter gab Stephan B. an, dass ihm das Verhalten von Bushido auch schizophren und ambivalent vorgekommen sei.

Arafat Abou-Chaker lacht im Gerichtssaal im Bushido-Prozess

Nachdem dieser nämlich mit Arafat gedroht hatte, lud er abends noch zum Grillen ein. Zu dem Abend ging Stephan B. nicht, Steven K. allerdings schon: „Ich lass mich ja nicht bedrohen und gehe abends dann noch zum Grillen“, woraufhin der Vorsitzende am Gericht einwarf: „Der musste bestimmt grillen.“

Da musste selbst Arafat Abou-Chaker auf der Anklagebank lachen und der Zeuge entgegnete nur: „Tatsächlich, Steven musste grillen, er war ja das Mädchen für alles.“

Im Anschluss war eigentlich noch die Polizei Berlin im Zeugenstand vorgesehen, diese wurde aber wieder ausgeladen.