"Es gibt keine Worte für den Schmerz, der uns auseinanderreißt"

Vom Krankenhaus mehrfach abgewiesen! Junge Mutter (27) stirbt an Meningitis

Medizinisches Drama in Italien
Weil die Ärzte eine Hirnhautentzündung nicht erkannten, starb die 27-Jährige.
Facebook / Stefano Fioravanti

Viel zu jung musste Valeria Fioravanti sterben, mehrfach war die 27-Jährige trotz schwerer Beschwerden vom Krankenhaus abgewiesen worden – ein Drama, das aktuell ganz Italien bewegt. Jetzt kämpft ihre Familie für Gerechtigkeit. Wie man eine Meningitis erkennt und warum ein sofortiges Handeln überlebenswichtig ist, erfahren Sie hier.

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Richtige Diagnose erst beim vierten Notaufnahmen-Besuch

Innerhalb kürzester Zeit kann eine Hirnhautentzündung ausbrechen und den Betroffenen das Leben kosten. So erging es auch der 27-jährigen Italienerin Valeria Fioravanti: Ende Dezember 2022 wurde sie wegen eines Abszesses operiert, zwei Tage nach der Entlassung musste sie erneut die Notaufnahme der Poliklinik Casilino in Rom aufsuchen, der Grund: Die junge Mutter litt unter starken Kopf-, Rücken- und Nackenschmerzen. Nach Angaben des „Berliner Kurier“ diagnostizierten die Ärzte starke Kopfschmerzen. Doch der Schmerz wurde immer schlimmer. Wieder Notaufnahme, wieder wurde eine Hirnhautentzündung nicht erkannt. Beim dritten Besuch sei dann wiederholt eine falsche Diagnose gestellt worden: Bandscheibenvorwölbung. Erst als die Patientin das Krankenhaus zum vierten Mal aufsuchte, erkannten die Ärzte die Meningitis. Doch zu diesem Zeitpunkt war es schon zu spät: Am 10. Januar starb Valeria Fioravanti, Mama eines 13 Monate alten Kleinkindes. Die Beerdigung findet am 17. Januar in Cinecittà statt.

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Familie will Gerechtigkeit

Nach dem Tod von Valeria fordert die Familie Gerechtigkeit, geht gegen die Ärzte gerichtlich vor. Der Vater der Verstorbenen teilt seinen Schmerz über den Verlust auf Facebook:

„Es gibt keine Worte für den Schmerz, der uns zerreißt. Es ist nicht möglich, eine Tochter auf diese Weise zu verlieren. Mein Lebensziel ist es, Gerechtigkeit zu schaffen!!! Die falschen Leute in den weißen Hemden können sich solch gravierende Fehler nicht leisten. Ich würde gerne noch so viele weitere Dinge sagen. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Justiz herausfindet, wer Unrecht getan hat. Diese Leute müssen gestoppt werden! GERECHTIGKEIT FÜR VALERIA.“

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Meningitis-Symptome

Eine Meningitis (Hirnhautentzündung) ist für Erwachsene und Kinder gefährlich. Sie befällt die Hirn- und Rückenmarkshäute und kann unter anderem zu Organversagen, epileptischen Anfällen und Lähmungen führen. Im schlimmsten Fall sterben die Erkrankten. Daher ist es wichtig beim Auftreten von Symptomen sofort zu handeln.

Laut WHO können die folgenden Symptome auf eine Hirnhautentzündung hinweisen:

  • starke Kopfschmerzen
  • steifer oder schmerzhafter Nacken
  • hohes Fieber
  • Vermeiden von hellem Licht
  • schläfrig, verwirrt, komatös
  • Krämpfe
  • Ausschlag
  • Gelenkschmerzen
  • kalte Hände und Füße
  • Erbrechen
  • Schwindel, Hörstörungen oder epileptische Anfälle

Bei Kleinkindern und Babys sind die Anzeichen in der Regel weniger charakteristisch. Die typische Nackensteifheit entfällt, dafür sind andere Symptome wie Fieber, Bauchschmerzen und Erbrechen ausgeprägter. Bei Säuglingen können folgende Anzeichen auftreten:

  • schlechte Nahrungsaufnahme
  • schläfrig, schwer zu wecken, komatös
  • reizbar, weint bei Berührung
  • Atembeschwerden, Grunzen
  • Fieber
  • Nackensteifigkeit
  • Vorgewölbte weiche Stelle am Oberkopf (Fontanelle)
  • Hoher Schrei
  • Krämpfe
  • Erbrechen
  • Ausschlag
  • blasse oder fleckige Haut

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Eine Folge der Meningitis kann zudem die Blutvergiftung sein. Diese zeigt sich durch große dunkelrote Blutbläschen auf der Haut zeigt.

Im Falle einer bakteriellen Meningitis zählt jede Sekunde! Betroffene sollten sofort behancdlt werden. Beim reinen Verdacht auf eine Hirnhautentzündung wird direkt ein Antibiotikum vom Arzt verabreicht. (pdr)

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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