Wie Sie vorbeugen, vermeiden und entfernen

Weil weniger geheizt wird! Verbände rechnen mit mehr Schimmelbefall

Schimmelsporen an einer Wand neben einem Fenster, aufgenommen am 11.12.2015 in einer Wohnung in Berlin. Foto: Andrea Warnecke | Verwendung weltweit
Schimmel in der Wohnung ist nicht nur unschön, sondern kann auch gefährlich für unsere Gesundheit sein.
war, picture alliance / dpa Themendie, Andrea Warnecke

Um trotz gestiegener Heizkosten nicht mit horrenden Nachzahlungen rechnen zu müssen, sparen viele Menschen in diesem Winter beim Heizen. Das Problem: Was wir selbst mit einem dickeren Pulli und einer Decke ausgleichen können, hat in manchen Wohnungen weitreichende Konsequenzen: Wer nicht ausreichend lüftet, muss früher oder später mit Schimmel rechnen. Davor warnen nun auch Experten.

Wir erklären Ihnen, wie der fiese Pilz erst gar nicht erst entsteht und wie Sie ihn im Erstfall entfernen können!

Lese-Tipp: Mehr Schimmelbefall durch Spar-Heizen: Wer haftet eigentlich am Ende?

Weniger heizen ohne angepasstes Lüftungsverhalten führt zu Feuchtigkeit und Schimmel

„Die Gefahr der Schimmelbildung in Folge eines unangepassten Heiz- und Lüftungsverhaltens ist durchaus als hoch einzustufen“, sagte Stefan Betz, Vorsitzender des Bundesverbandes Schimmelpilzsanierung, der Deutschen Presse-Agentur. Aus Sicht des Energieberater-Verbandes GIH mangelt es an Aufklärung über das richtige Heizen und Lüften.

„Schimmelschäden werden vermehrt in älteren Bestandsgebäuden auftreten und hier vor allem in den schlecht wärmegedämmten Mehrfamilienhäusern der 1960er und 70er Jahre“, schätzt Betz. Grundsätzlich seien in allen Gebäuden Küchen, Badezimmer und Schlafzimmer eher gefährdet, da hier viel Feuchtigkeit entstehe.

„Wenn hier weniger geheizt wird als in den Vorjahren, um Energiekosten zu sparen, aber das Lüftungsverhalten nicht angepasst wird, kann es zu einem Eintrag erhöhter Feuchtigkeit an Wänden, Zimmerecken aber auch Möbeln und Stoffen kommen und in der Folge zu Schimmel“, sagte der Experte.

Gar nicht mehr zu heizen und nur die Wärme vom Kochen zu nutzen, sei beispielsweise nicht empfehlenswert. So gelange die feuchte Luft in die anderen Räume, Schimmel kann entstehen.

Deshalb ist Schimmel so gefährlich

Laut einer Studie lebt etwa jeder sechste Deutsche in einer von Schimmel befallenen Wohnung. Am häufigsten tritt der ungebetene Gast im Badezimmer auf, denn hier herrscht oft hohe Luftfeuchtigkeit. Aber auch das Schlafzimmer ist häufig betroffen.

Das Gefährliche am Schimmel sind die unsichtbaren Sporen, die durch die Luft wirbeln. Diese können, wenn sie eingeatmet werden, allergische Reaktionen auf der Haut sowie Husten und Atemnot auslösen. Wer Schimmel für längere Zeit ausgesetzt ist, kann sogar eine Lungenfibrose bekommen, eine lebensgefährliche Erkrankung, bei der das Lungengewebe vernarbt.

Lese-Tipp: Hilfe, meine Wohnung schimmelt! Wie sich Mieter jetzt verhalten sollten

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Was ist der Ursprung des Schimmels?

Ein Schimmelfleck ist am 19.11.2012 in Hamburg an einer Balkontür zu sehen. Der BGH verhandelt am 17.10.2014 darüber, inwieweit die Miteigentümer eines Hauses die Sanierung einer Wohnung mitfinanzieren müssen. Foto: Daniel Rei
Schimmel muss immer komplett entfernt werden, statt ihn nur zu überstreichen.
dpa, Daniel Reinhardt

Gehen Sie dem Ursprung des Schimmels auf den Grund. Lediglich den dunklen Fleck abzuwaschen oder zu übertünchen bringt auf Dauer nichts. Warum schimmelt es in Ihrer Wohnung? Ursachen können beispielsweise falsches Lüften oder große Möbelstücke sein, die direkt an der Wand stehen, dicke Vorhänge, große Bilder – diese Dinge können die Luftzirkulation behindern und feuchte Stellen entstehen lassen. Etwa zehn Zentimeter Abstand gelten als gutes Maß.

Auch bauliche Mängel sollten Sie in Erwägung ziehen. Kontrollieren Sie die Wasserleitungen. Steigt hier Feuchtigkeit auf? Oder ist Ihnen schon aufgefallen, dass das Mauerwerk feucht ist? In Apotheken können Sie sich einen Schimmelpilz-Test-Set bestellen, um einen Selbsttest durchzuführen. Wenn Sie sich unsicher sind, dann beauftragen Sie lieber direkt einen Fachmann.

Lese-Tipp: Bye, bye Schimmel und Kondenswasser: Diese vier Zimmerpflanzen sind natürliche Luftreiniger

Schimmel entfernen: Wann muss der Fachmann ran?

Bei jedem Schimmelfleck, der kleiner als 40 Quadratzentimeter ist, können Sie selbst Ausbesserungsarbeiten vornehmen. Tragen Sie dann unbedingt Handschuhe, Schutzbrille und einen Atemschutz. Allerdings sollten Sie auf Fungizide und chlorhaltige Mittel aus dem Handel verzichten, denn diese können ebenfalls gesundheitsschädigend wirken.

Stattdessen greifen Sie lieber zu medizinischem Alkohol (70 Prozent). Bewährt haben sich auch herkömmlicher Essig oder Essigessenz. Brennspiritus und auch Wasserstoffperoxid eignen sich zur Reinigung von Schimmelflächen.

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Wenn sich der Schimmel in der Tapete festgesetzt hat, sollte das Stück großzügig ausgetauscht werden. Im Badezimmer setzt sich der hässliche Pilz gerne in den Silikonfugen fest. Es ist zwar mühsam, aber auch diese Stellen sollten vollständig entfernt werden, und danach neu verfugt werden.

Egal, wie sie die betroffene Stellen behandeln, die Fenster sollten Sie dabei immer öffnen, damit Dämpfe und unangenehme Gerüche abziehen können. Bei größerem Schimmelbefall ist es wichtig, einen Fachmann zu holen, der den Schimmel professionell beseitigt.

Lese-Tipp: Stiftung Warentest: Das ist der beste Schimmelentferner für zu Hause

Im Video: Heiztipps gegen Schimmel

Warm im Winter Heiztipps gegen Schimmel
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So entsteht Schimmel gar nicht erst

Frau am geöffneten Fenster
Damit kein Schimmel entsteht, ist das richtige Lüften der Wohnung wichtig.
picture alliance

Entscheidend, um Schimmel von vornherein zu vermeiden, ist das richtige Lüften der Räume. Egal wie kalt es ist, es ist wichtig, jeden Tag mehrmals fünf bis zehn Minuten zu lüften. Drehen Sie die Heizung für diesen Zeitraum unbedingt ab. Und verkneifen Sie sich, bei gekippten Fenster dauerhaft zu lüften – natürlich schön bei voller Heizpower. Die Rechnung am Jahresende wird sonst mehr als gesalzen sein.

Lese-Tipp: Achtung! Diese Lüft-Fehler treiben die Heizkosten in die Höhe

Übrigens: Wenn es richtig lausig kalt draußen ist und Sie viele Stunden oder vielleicht sogar Tage nicht in Ihrer Wohnung verbringen, stellen Sie die Heizung nicht ganz aus, sondern auf Stufe 1. Sonst kühlt die Wohnung viel zu stark aus und Sie brauchen viel mehr Energie, um die Zimmer wieder warm zu bekommen.

Ihre Meinung ist gefragt!

Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht repräsentativ.

Bei Schimmel gegebenenfalls die Miete kürzen

Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen, können Sie wegen dieser Mängel unter Umständen auch die Miete kürzen. Sie müssen natürlich vorher Ihren Vermieter schriftlich informieren. Setzen Sie ihm eine zweiwöchige Frist, um den Schaden beheben zu lassen. Ein vom Fachmann erstelltes Gutachten kann Sie hierbei positiv unterstützen. (dpa/vdü/akr)

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