Imposante Begegnung

Puma und Gepard als Haustier: RTL-Reporterin zu Besuch bei Wildkatzen-Halter

20. April 2021 - 9:33 Uhr

Im Video: RTL-Reporterin trifft Puma und Gepard

Eigentlich sollte es klar sein: Pumas, Geparden, Löwen und Bären sind Wildtiere und haben somit in den eigenen vier Wänden nichts zu suchen. Auch in Russland ist es seit 2020 verboten, Wildtiere zu halten. Alexander Dimitriev aus dem russischen Pensa hält sich trotzdem einen Puma und einen Geparden als Haustiere. In den sozialen Medien zeigt er, wie sie mit den Wildkatzen schmust, spielt oder spazieren geht. Puma Messi hat Alexander einem Zoo abgekauft, der sich schlecht um das Tier gekümmert haben soll, wie er uns berichtet.

RTL-Reporterin Anna Leontjew hat den Puma-Papa zu Hause besucht – und ist seinen beiden Wildkatzen dabei ziemlich nah gekommen. Die Bilder der imposanten Begegnung sehen Sie im Video.

Tierschützer schlagen Alarm: Wildkatzen sind keine Haustiere!

So süß die Bilder auf den ersten Blick auch wirken, so alarmierend sind sie für Tierschutzorganisationen. Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin bei PETA im Bereich Zoo und Zirkus, sie findet es unverantwortlich, dass in den sozialen Medien geradezu damit geworben wird, wenn Menschen exotische Tiere als Haustiere halten. "Das dient den Influencern als eine Art Statussymbol, um sich selbst zu profilieren. Leider ist für viele Menschen heutzutage der Hund oder die Katze nicht mehr ausreichend. Es soll etwas ganz Besonderes sein – und das geht zu Lasten der Tiere", beklagt die Expertin im Gespräch mit RTL. Exotische Tiere wie Raubkatzen, erklärt uns Yvonne Würz weiter, haben besonders hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Je nach Nahrungsangebot und Zugang zu Geschlechtspartnern kann das Revier eines Pumas in freier Wildbahn bis zu tausend Quadratmeter umfassen. "Das kann eine Wohnung überhaupt nicht gewährleisten", so Würz.

Hinzukomme: Um überhaupt eine Vertrautheit und Nähe zwischen Mensch und Wildkatze zu erschaffen, müssen die Tiere ihren Müttern schon in ganz jungem Alter entrissen und mit der Hand aufgezogen werden. "Sie werden somit auf den Menschen fehlgeprägt, damit sie überhaupt diese Nähe zulassen", so die Tierschützerin.

Lese-Tipp: Großkatzen als Haustier? Was in Deutschland erlaubt ist und was nicht, erklären wir hier.

Auch für den Menschen kann es gefährlich werden

Auch wenn Alexander Dimitrievs Raubkatzen auf den ersten Blick verschmust und zahm wirken, darf man eines nicht vergessen: Sie sind immer noch Raubtiere und stellen damit eine Gefahr für den Menschen dar. "Bitte macht das nicht nach!", warnt auch der Puma-Papa. "Mit so einem Tier zusammen zu leben bedeutet, sein eigenes Leben zu riskieren."

In freier Wildbahn seien Pumas in der Regel als Einzelgänger unterwegs, erklärt uns Asta Knoth, Sprecherin des Serengeti-Parks Hodenhagen, in dem auch Wildkatzen wie Geparden oder Tiger gehalten werden. "Eine Haltung im menschlichen Familienverbund ist demnach unnatürlich und birgt mit Sicherheit Risiken für die Halter", so die Expertin. "Tiere folgen ihren angeborenen Instinkten. Egal, wie eng die Verbindung zwischen Mensch und Puma auf den Bildern oder Videos zu sein scheint, bzw. sich über die Jahre darstellt: Es ist nie mit 100-prozentiger Sicherheit auszuschließen, dass es zu 'Angriffen' des Tieres auf den Menschen kommt." Häufig würden dann nicht einmal die Halter den Auslösereiz dafür erkennen, erklärt uns Asta Knoth.

In Deutschland ist die Haltung von Pumas außerhalb von Zoos oder wissenschaftlichen Einrichtungen übrigens verboten. "Gleiches gilt für alle weiteren Kleinkatzen – außer Luchs und Wildkatze – sowie für alle Großkatzen", so Knoth.

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