Aber nur eine Minderheit glaubt, dass der Altkanzler wirklich etwas bei Putin bewirken kann

RTL/ntv-Trendbarometer: Mehrheit der Deutschen will, dass Schröder in der Gas-Krise und Ukraine-Krieg vermittelt

Schröder und Putin
Gerhard Schröder (r), ehemaliger Bundeskanzler, mit Wladimir Putin (l), Präsident von Russland. Foto: Alexei Druzhinin/POOL SPUTNIK KREMLIN via AP/dpa
deutsche presse agentur

Die Deutschen wollen, dass Altkanzler Gerhard Schröder seine russischen Kontakte spielen lässt, um im Ukraine-Konflikt und bei der Lieferung von russischem Gas nach Deutschland zu vermitteln. Allerdings glaubt nur jeder fünfte Befragte, dass Gerhard Schröder tatsächlich so viel Einfluss hat, dass er bei Putin etwas bewirken könnte.

Das hat eine Befragung von Forsa im Auftrag von RTL/ntv ergeben. „Vielleicht kann ich nochmal nützlich werden“, sagte der mittlerweile 78-jährige Lobbyist im exklusiven RTL-Interview und brachte sich entsprechend in Stellung.

Deutsche finden es richtig, weiter mit Putin zu sprechen

So sind 57 Prozent der Meinung, dass Schröder seinen Kontakt nutzen sollte, um im Ukraine-Konflikt und bei der Lieferung von russischem Gas zu vermitteln, 36 Prozent verneinen die Aussage. Anhänger von AfD (86 Prozent), FDP (72 Prozent) und SPD (63 Prozent) befürworten ein Intervenieren Schröders deutlicher, während die Grünen-Anhängerschaft nur auf 47 Prozent kommen.

Sollte der Altkanzler jedoch tatsächlich mit Putin sprechen, glauben insgesamt nur 22 Prozent der Befragten, dass Schröders Einfluss beim russischen Präsidenten etwas bewirken könnte. Einzig die Anhänger der AfD glauben mehrheitlich an eine Chance des mittlerweile 78-jährigen Lobbyisten.

Die Freundschaft zwischen Altkanzler Gerhard Schröder und Kreml-Chef Wladimir Putin ist wohl eine der umstrittensten unserer Zeit. Schröder schließt im exklusiven Interview mit RTL-Politikchef Nikolaus Blome und stern-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz einen Bruch mit seinem Freund Wladimir Putin aus: „Ich habe mehrfach den Krieg verurteilt, das wissen Sie. Aber würde eine persönliche Distanzierung von Wladimir Putin wirklich irgendjemandem etwas bringen?“ Und ja, er habe den Präsidenten Russlands Ende Juli in Moskau erneut getroffen. Geht es nach den Befragten der Forsa-Umfrage überwiegt unter den Bundesbürgern die Ansicht, dass der Altkanzler den Kontakt nach Moskau beenden sollte (52 Prozent). Mehrheitlich findet sich diese Ansicht unter den Ostdeutschen (53 Prozent) sowie vor allem unter den Anhängern der rechtsradikalen AfD (73 Prozent).

Lesetipp: So reagiert der Kreml auf das exklusive Interview mit Altkanzler Schröder

Unter den SPD-Anhängern überwiegt leicht der Anteil derer, die die Forderung nach einem Parteiausschluss Schröders begrüßen (49 Prozent). 37 Prozent hingegen sagen, nein nicht richtig. Parteiübergreifend halten 48 Prozent der Befragten einen SPD-Ausschluss für richtig.

Unverändert sehen die Deutschen die Gasnutzung aus Nord Stream 2. Ganze 66 Prozent sind der Meinung, dass Deutschland im Falle eines Gasstopps aus Russland versuchen sollte, das in der Pipeline bereits vorhandene Gas aufzufangen und zu nutzen, sofern dies rechtlich und umwelttechnisch möglich ist. (kra)

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Exklusiv bei RTL: Gerhard Schröder über den Krieg und seinen Freund Putin

Gerhard Schröder über den Krieg und seinen Freund Putin EXKLUSIV!
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Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland am 3. August 2022 erhoben. Datenbasis: 1.012 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte

Noch mehr Informationen zur Methodik von Forsa finden Sie hier. Alle Forsa-Umfragen im Auftrag von RTL können Sie hier nachlesen.

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