RTL/ntv-Trendbarometer

Quittung für Flut-Krisenmanagement? Die Union stürzt deutlich ab!

28. Juli 2021 - 10:26 Uhr

Neues Trendbarometer enthüllt Umgang mit der Flutkatastrophe

Schwarz-Grün, Grün-Schwarz oder doch eine Ampel? Wie werden die Deutschen in knapp acht Wochen bei der Bundestagswahl entscheiden? Wer folgt auf Angela Merkel – Armin Laschet oder doch Annalena Baerbock? Eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv befeuert die Spekulationen noch einmal. Vor allem weil sich die Spitzenkandidaten der Parteien ganz unterschiedlich im Verlauf der Flutkatastrophe präsentiert haben. Die Quittung bekommt dafür vor allem Armin Laschet...

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Union fällt auf 26 Prozent

Noch knapp acht Wochen bis zur Bundestagswahl und der Ausgang ist so offen wie lange nicht. Besonders weil nach der Coronakrise nun die Hochwasserkrise das beherrschende Thema bei den Deutschen ist, hat sich die Wählergunst laut RTL/ntv-Trendbarometer noch einmal ordentlich verschoben. Unter anderem Armin Laschets Fauxpas, als er im Hintergrund der Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lachte, lässt CDU/CSU nun auf 26 Prozent abstürzen. Ein Minus von gleich zwei Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwoche. Zwar hatte sich Laschet für seinen Fehler entschuldigt. Die Wählerinnen und Wähler scheinen ihm das aber nicht so einfach zu verzeihen.

Denn auch das Vertrauen in die politische Kompetenz der CDU/CSU ist gesunken. Nur jeder Vierte traut der Union noch zu, "mit den Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden".

Die Corona-Pandemie rückte zum ersten Mal seit ihrem Ausbruch an die zweite Stelle der wichtigsten Themen: für 81 Prozent waren die Unwetter in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern das wichtigste Thema. Platz 2: Corona (57 Prozent), Platz 3: Bundestagswahl (28 Prozent), Platz 4: Klima (11 Prozent).

Vertrauen in Laschet sinkt rapide

Das hat auch Auswirkungen auf Armin Laschets Beliebtheit insgesamt. Nur noch 17 Prozent wünschen sich den CDU-Vorsitzenden als Bundeskanzler: Ein Absturz um 6 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Noch desaströser fällt das Urteil aus, als die Befragten die drei Kanzlerkandidaten Laschet, Baerbock und Scholz direkt bewerten sollten. Fast die Hälfte bewerten das Auftreten und die Arbeit von Armin Laschet als negativ und nur 15 Prozent als positiv. Im Vergleich: Annalena Baerbock und Olaf Scholz finden jeweils rund 30 Prozent positiv.

Für Annalena Baerbock ist das vor allem nach den Negativ-Schlagzeilen und Plagiatsvorwürfen der letzten Wochen eine Art Comeback. Gefragt nach ihrer Kanzlerpräferenz würden 19 Prozent sich für sie entscheiden, wenn sie den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin direkt wählen könnten.

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© imago images/Future Image, Sebastian Gabsch via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Grüne wieder über 20 Prozent

Aber nicht nur die Kanzlerkandidatin der Grünen kann in der letzten Woche zulegen. Auch die Grünen als Ganzes profitieren deutlich von der Hochwasserkatastrophe und dem Umgang damit. Sie können gleich zwei Punkte zulegen und klettern nun wieder auf 21 Prozent.

Auch die Liberalen verbessern sich um einen Prozentpunkt auf jetzt 13 Prozent.

Nicht profitieren können hingegen die Sozialdemokraten von Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Obwohl auch er ähnlich wie Armin Laschet die Flutgebiete besuchte, verliert die SPD ein Prozent und liegt nun bei 15 Prozent. AfD und Linke bleiben unterverändert bei 10 bzw. 7 Prozent.

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FDP das Zünglein an der Koalitionswaage?

Durch die Verschiebung der Prozentpunkte wären nun auch wieder neue Koalitionen für eine mögliche Bundesregierung möglich. Neben der Möglichkeit eines Schwarz-Grünen Bündnisses aus Union und Grünen wären nun durch die Zugewinne von FDP auch wieder Dreier-Allianzen denkbar.

So hätte aktuell eine Koalition aus CDU/CSU, SPD und FDP ebenso eine Mehrheit im Deutschen Bundestag, wie auch eine Koalition aus Grünen, SPD und FDP. Damit ist erstmal seit mehreren Wochen auch wieder eine Regierung ohne die Union und mit Annalena Baerbock als Bundeskanzlerin denkbar.

Wenn heute Bundestagswahl wäre, würden die Menschen laut RTL/ntv-Trendbarometer so entscheiden:

  • CDU/CSU 26 Prozent (Bundestagswahl 2017: 32,9 Prozent),
  • SPD 15 Prozent (20,5 Prozent),
  • FDP 13 Prozent (10,7 Prozent),
  • Grüne 21 Prozent (8,9 Prozent),
  • Linke 7 Prozent (9,2 Prozent),
  • AfD 10 Prozent (12,6 Prozent).

8 Prozent würden sich laut RTL/ntv-Trendbarometer für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2 Prozent). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen wächst gegenüber der Vorwoche um drei Prozentpunkte und liegt mit 25 Prozent über dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8 Prozent).

In der Grafik können Sie sich auch die Umfrage-Ergebnisse der anderen Wahl-Institute anschauen. (forsa, sst)

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