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Robert Habeck im RTL-Interview: "Die Lage ist angespannt - aber wir sind nicht wehrlos!"

Geplantes Öl-Embargo und Inflationsbekämpfung

Robert Habeck im RTL-Interview: "Die Lage ist angespannt - aber wir sind nicht wehrlos!"

"Die Lage ist angespannt - aber wir sind nicht wehrlos" Robert Habeck im RTL-Interview
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Robert Habeck im RTL-Interview
"Die Lage ist angespannt - aber wir sind nicht wehrlos"

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Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist optimistisch, dass die EU in wenigen Tagen ein Öl-Embargo gegen Russland verhängt. Im Interview mit RTL/ntv spricht er auch darüber, wie wir die Auswirkungen abpuffern können und was er gegen die hohe Inflation setzt, die vielen Menschen im Land so große Angst macht.

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"Wer immer sich über irgendwas ärgert, ursächlich dafür ist der Angriff von Russland"

„Wir haben sehr hohe Energiepreise, hohe Inflation und vor allem für das nächste Jahr eine bedrohliche Situation, was die Welt-Ernährungslage angeht”, so Habeck. „Aber wir sind nicht wehrlos! Politik bedeutet, Lösungen zu geben.” So könne man die Menge an Energie ausweiten, dafür sorgen, dass die Märkte gedämpft sind und vor allem könnten wir “den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen, sodass wir dann nicht mit der Bekämpfung der einen Krise die andere noch verschärfen.”

Die Inflation derzeit sei vor allem durch die Energiepreise getrieben – anders als das früher war. „Und die Energiepreise sind getrieben durch den Angriff von Russland auf die Ukraine. Also wer immer sich über irgendwas ärgert, ursächlich dafür ist der Angriff von Russland, von Putin auf die Ukraine.” Es gebe derzeit auf dem Weltmarkt genug Öl, den Preis treibe aber die Spekulation darüber, dass es knapp würde. Und deswegen gibt es laut Habeck auch die Möglichkeit, dagegen vorzugehen. „In der Tat kann man die Produktion ausweiten und andere Lieferketten installieren. Dann ist der Markt elastisch, dann gibt es auch eine Senkung der Preise.” Habeck rechnet damit, dass im nächsten Sommer die Preise wieder sinken. “Und vielleicht kann man das beschleunigen durch Handelsbeziehungen. Energieeffizienz einsparen hilft natürlich”, erklärt der Wirtschaftsminister.

„Wenn wir im Winter in Deutschland oder in Europa unsere Häuser um zwei Grad reduzieren, können wir das Gas, das über Nordstream eins geliefert wird, einsparen”, verweist Habeck auf die Berechnungen des Präsidenten der Internationalen Energieagentur. „Das sind kleine Schritte, in der Summe mal 80 Millionen oder mal 450 Millionen Europäer, die haben ihren Effekt.”

Durch erneuerbare Energien werden auch die Preise sinken

Er sei optimistisch, dass durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien auch die Preise für Energie deutlich sinken: „Die Preise für die fossilen Energien sind so hoch, dass die Erneuerbaren einfach sehr viel günstiger sind. Selbst die Produktion von Wasserstoff als Ersatz von Erdgas ist jetzt schon teilweise günstiger als die Produktion von Erdgas.“

Er habe mit Vertretern aus dem arabischen Raum gesprochen. Die könnten Solarenergie für einen Cent pro Kilowattstunde produzieren. „Und selbst wenn es dann noch verschifft wird, liegt das unter dem Niveau von Erdgas jetzt im Moment.” (eku)

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