Mädchen aus Berlin wird seit zwei Jahren vermisst

Rebecca Reusch: Was geschah am Morgen ihres Verschwindens? Ihre Mutter rekonstruiert

29. Oktober 2021 - 11:00 Uhr

Rebecca Reusch aus Berlin ist seit zwei Jahren spurlos verschwunden

Heute vor zwei Jahren ist Rebecca Reusch aus Berlin spurlos verschwunden. 731 Tage ohne ein Lebenszeichen der damals 15-jährigen Schülerin. Ihre Mutter Brigitte Reusch wendet sich noch einmal an die Öffentlichkeit, um einige Dinge gerade zu rücken und an Zeugen zu appellieren. Der Stand der Ermittlungen aus Sicht des Leitenden Staatsanwalts – im Video.

War Rebecca um 07:46 Uhr schon nicht mehr im Haus?

Die letzte WhatsApp Nachricht von Brigitte Reusch an ihre Tochter Rebecca, die seit dem 18. Februar 2019 vermisst wird.
Die letzte WhatsApp Nachricht von Brigitte Reusch an ihre Tochter Rebecca, die seit dem 18. Februar 2019 vermisst wird.
© privat

Die Ermittler glauben, dass Rebecca das Haus ihrer Schwester Jessica und ihres Schwagers Florian R. in Berlin-Britz am 18. Februar 2019 nicht mehr lebend verlassen hat. Als einziger Verdächtiger gilt bis heute der Schwager. Die Polizei stützt diesen Verdacht unter anderem auch auf Routerdaten und Handybewegungen von jenem Tag. Die genauen Zeitmarken dieser Auswertung sind RTL nicht bekannt.

Doch Brigitte Reusch bezweifelt die Ergebnisse der Analyse. RTL berichtet sie, die Familie habe einen eigenen IT-Experten beauftragt, um die Routerdaten auszuwerten und man sei zu anderen Ergebnissen gelangt, die den Tag von Rebeccas Verschwinden womöglich in einem neuen Licht zeigen. "Meine Tochter muss so zwischen 07:00 und 07:45 Uhr sich fertig gemacht haben, da ihr Handy sich um 07:46 Uhr das letzte Mal eingeloggt hat", schildert Frau Reusch ihre Erkenntnisse.

"Ihre Freundin hat ein Bild über Snapchat bekommen und meinte, es war ein neutraler Hintergrund und sie hat in einen Spiegel fotografiert. Dieser ist im Flur." Rebecca habe eine Jacke getragen, sie zugehalten und sich im Spiegel fotografiert. "Dieses Bild muss zwischen 07:00 und 07:46 Uhr passiert sein. Es sieht so aus, als wenn sie kurz danach losgegangen ist. Unser Spezialist, der den Router ausgelesen hat, sagt, 50 Meter könne sich das Handy noch einloggen. Also, es muss noch nicht einmal sein, dass sie um 07:46 Uhr im Haus war." Über mobiles Internet habe sie nicht verfügt, sei also auf ein WLAN angewiesen gewesen, bestätigt RTL-Reporter Heinz Kegl.

Um 08:42 Uhr habe sie ihrer jüngsten Tochter noch eine Nachricht via WhatsApp geschickt. Diese habe sie auch bekommen, davon zeugt zumindest der graue Doppelhaken an der Nachricht. "Das heißt, sie muss irgendwo nochmal an einem Router vorbeigekommen sein, der ihr diese Nachricht übermittelt hat", schlussfolgert ihre Mutter. "Das kann an der Schule gewesen, an den Gropius Passagen oder auch bei ihr an der Gemeinde Dreieinigkeitskirche. Oder wo sie noch eingeloggt war."

Brigitte Reusch appelliert an Zeugen: "Habt keine Scheu"

Wichtig ist Brigitte Reusch zudem, klarzustellen, dass die Familie nach wie vor zu Florian R. stehe und an seiner Unschuld keinen Zweifel habe. "Das Verhältnis zu unserem Schwiegersohn, möchte ich nochmal betonen, ist wie immer gut. Sehr gut. Ich sag' einfach mal sehr gut. Weil, es hat sich nichts verändert zwischen uns."

Zum Schluss appelliert Rebeccas Mutter noch an mögliche Zeugen, die vielleicht wertvolle Hinweise hätten, diese aber nicht an die Polizei oder den Anwalt der Familie weitergeben. "Es gibt Zeugen, die leider sich nicht bei der Polizei gemeldet haben und sich leider auch nicht bei unserem Anwalt melden", so Brigitte Reusch. "Ich möchte die bitte nochmal aufrufen, dieses zu tun. Weil es wirklich sehr wichtig ist. Das tut mir leid, dass ich das jetzt auf diesem Wege veröffentliche, aber ich habe immer wieder den Zeugen angeschrieben und er möge doch bitte sich melden bei unserem Anwalt." An alle anderen, die "was gesagt haben" richtet sie eindringliche Worte: "Habt keine Scheu. Ich habe es mitgekriegt, viele wollen nicht aussagen, weil sie meinen, es gibt ja so viele Hinweise. Bitte sagt aus! Es gibt nicht genug Hinweise."