In den sozialen Medien macht sie Werbung für den Krieg

Putin-Agentin hetzt die Jugend auf

Maria Butina, verurteilte russische Agentin in der US-Hauptstadt Washington
Maria Butina äußert sich auf ihren Social Media Kanälen positiv über den Krieg in der Ukraine
abc

Zerbombte Gebäude, fliehende Menschen, endlose Panzerkolonnen: Die Bilder aus der Ukraine sind aktuell allgegenwärtig. Doch der Krieg findet nicht nur im realen Leben statt. Auch im Netz tobt ein wahrer Informationskrieg, in den sich Augenzeugenberichte, Propaganda und Fake News mischen. Dabei spielt auch die russische Abgeordnete Maria Butina eine Rolle. Auf ihren Social-Media-Accounts macht sie Werbung für den Krieg. Butina stellt sich damit nicht nur klar auf die Seite von Kreml-Chef Wladimir Putin, sie ist auch als russische Spionin bekannt – und saß dafür bereits 2018 in den USA in Haft.

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Butina trägt Zeichen des russischen Militärs

Bei Instagram folgen Butina fast 70.000 Menschen. Vor zwei Tagen postete sie auf ihrem Profil ein Video von sich, in dem sie den Buchstaben „Z“ auf den Kragen ihres Jacketts malt. Dieser Buchstabe ist immer wieder auch auf den Fahrzeugen der russischen Armee zu lesen. Laut Experten will sich Russland mit dieser Bemalung vom ukrainischen Militär abheben, da beide Parteien ähnliche militärische Ausrüstung verwenden.

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Das aufgemalte „Z“ ist auf vielen Bildern auf Butinas Account zu sehen. Vor fünf Tagen postet sie ein Foto mit drei weiteren Personen. Sie alle tragen ein schwarzes T-Shirt mit einem weißen Z. Butina ballt kämpferisch die Faust und schreibt unter ihr Bild: „Ein Team zur Unterstützung unserer Armee und des Präsidenten!“

Das Butina für ihre Lobhymnen auf die russische Armee auch die Plattform Instagram benutzt ist sicher kein Zufall – denn so erreicht sie auch die jüngere Generation der Russen. Nach der Einführung von Putins neuem Mediengesetz wird eine unabhängige Berichterstattung in Russland beinahe unmöglich und die Informationsvielfalt weiter eingeschränkt. Butina äußerte sich auf ihrem Account positiv über das neue Gesetz.

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Geheimagentin in den USA

Die Vergangenheit von Butina könnte auch die Geschichte eines Agentenfilms sein: 2015 geht sie mit einem Studentenvisum in die USA und beginnt eine Beziehung mit dem 26 Jahre älteren, konservativen Politikberater Paul Erickson. Durch ihn steigt sie in die höchsten Politikkreise auf, hat Kontakt zu einflussreichen Politikern von Donald Trumps republikanischer Partei. Auch mit Mitgliedern der Waffenrechtsorganisatorin NRA versteht sich die bekennende Waffenliebhaberin gut.

2018 gerät sie ins Fadenkreuz des FBI und wird als russische Agentin festgenommen. Das FBI ist überzeugt, dass sie den Auftrag habe, amerikanische Organisationen zu unterwandern. Ihr Studium sei eine Tarnung, die Beziehung zu Erickson gespielt.

Maria Butina, vor ihrer Enttarnung als russische Agentin in Washington (USA)
Maria Butina posiert auf Fotos in den sozialen Netzwerken mit verschiedenen Waffen.
CNN

Butina gesteht vor Gericht und gibt zu, unter Anleitung eines russischen Regierungsvertreters in den USA operiert zu haben. Ihr Ziel sei jedoch eine bessere Beziehung zwischen den USA und Russland gewesen. Sie wird zu 18 Monaten Haft verurteilt. Nach ihrer Entlassung kehrt sie nach Russland zurück. Sie schreibt ein Buch über ihre Zeit im Gefängnis und wird in Russland mit offenen Armen empfangen.

Anfang 2021 besuchte sie im Auftrag des russischen Propagandasender RT den inhaftierten Alexej Nawalny. In ihrem Bericht verglich sie das Straflager mit einem Ferienlager. Die Häftlinge würde unter besser Bedingungen leben als Hotelgäste in russischen Provinzen. (dpa/dgö)

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