Der kleine Jason soll massive Hirnblutungen erlitten haben

Vater (33) soll Baby zu Tode geschüttelt haben

Eine Hinweistafel weist auf das Amtsgericht, das Landgericht und die Staatsanwaltschaft Hildesheim hin. Foto: Holger Hollemann/dpa/Archivbild
Eine Hinweistafel weist auf das Amtsgericht, das Landgericht und die Staatsanwaltschaft Hildesheim hin. Foto: Holger Hollemann/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

05. November 2021 - 12:29 Uhr

33-Jähriger muss sich vor dem Landgericht Hildesheim verantworten

Ihm wird Totschlag zur Last gelegt: Ein 33-Jähriger soll sein Baby Ende März zu Tode geschüttelt haben. Der kleine Jason soll massive Hirnblutungen erlitten haben. Den Tod des Kindes nahm der Deutsche laut Anklage zumindest billigend in Kauf. Im Gespräch mit der Haftrichterin und dem psychiatrischen Gutachter hatte er bestritten, das Baby misshandelt zu haben. Beim Prozessauftakt ist er sehr zurückhaltend. "Was soll ich jetzt dazu sagen, ich habe ja schon alles erzählt", sagt er zum Richter. Zu dem Tatvorwurf schweigt er.

Der Junge starb wenige Tage später an den Folgen seiner Verletzungen

Stattdessen berichtet ein Psychologe über das, was ihm der 33-Jährige in der Justizvollzugsanstalt erzählt hat. Demnach sei das etwa drei Monate alte Baby einen Tag vor seinem Tod geimpft worden. Das habe der Säugling offenbar nicht gut vertragen. Nach einem Spaziergang sei er laut gewesen, unruhiger als sonst, habe lauter geschrien, hätte sich steif gemacht. Die Mutter sei noch unterwegs gewesen. "Ich habe ihn nicht geschüttelt, das könnte ich auch gar nicht", habe der Angeklagte gesagt.

Angeklagter hat wohl eine Drogen-Vergangenheit

Laut Anklage machte Jason röchelnde Geräusche und lief blau an - daraufhin alarmierte der Vater den Notruf. Wenige Tage später starb der Junge. Der Angeklagte hat offenbar eine Drogen-Vergangenheit. Doch an dem Tag, als er das Baby geschüttelt haben soll, soll er keine Drogen konsumiert, kein Alkohol getrunken haben - Silvester letzten Jahres sei Schluss mit Betäubungsmitteln gewesen. Seit seiner Festnahme am 1. April sitzt der 33-Jährige in Untersuchungshaft.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Bündnis gegen Schütteltrauma warnt

"Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können", warnt das 2017 gegründete Bündnis gegen Schütteltrauma. 10 bis 20 Prozent der betroffenen Kinder sterben demnach an den Folgen. Dr. Dragana Seifert, Oberärztin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, erklärt, was passiert, wenn Babys geschüttelt werden: "Es kommt zu Blutungen, die Gefäße können reißen und sogar der Augennerv kann reißen", sagt die Ärztin. (dpa/rri)