Prof. Dr. Gerhard Trabert im RTL-Interview

Sozialmediziner in Kiew: „Das macht was mit einem, das so hautnah zu erleben“

Prof. Trabert spricht über die Grausamkeit eines Kriegs Ukraine Talk
04:16 min
Ukraine Talk
Prof. Trabert spricht über die Grausamkeit eines Kriegs

von Tamara Bilic und Lena Andro

Der Sozialmediziner Prof. Dr. Gerhard Trabert ist aktuell in der Hauptstadt der Ukraine Kiew. Dort trifft er sich mit Hilfsorganisationen, um Unterstützung für die Ukraine zusammenzutrommeln, und besucht dabei auch Krankenhäuser.

Im Ukraine Talk beantwortet er Fragen zu seiner Arbeit und zu seinem Eindruck der Situation vor Ort.

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"Das macht was mit einem"

„Der erste Eindruck, schon in Lwiw, war der, was es mit einem persönlich macht, wenn der Alarm ertönt und ein Raketenangriff droht“, erzählt Prof. Dr. Gerhard Trabert. Nicht unweit von ihm wurde in Lwiw auch ein Elektrizitätswerk angegriffen. „Das macht was mit einem, das so hautnah zu erleben“, so der Sozialmediziner.

Auch die Begegnung mit den Menschen, mit geflüchteten Frauen beschreibt Prof. Dr. Trabert als „sehr beeindruckend“. Er erzählt von einer Frau, die gerade Mutter geworden ist und nicht weiß, ob ihr Mann und der Vater ihres Kindes überhaupt noch lebt, weil er an der Front kämpfen muss. „Das sind alles Begegnungen und Gespräche, die die Grausamkeit eines Krieges so deutlich machen und die machen betroffen und nachdenklich.“

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Menschen leben mit permanenter Angst

Das Schlimmste sei die permanente Angst, die die Bevölkerung der Ukraine erlebt, so der Sozialmediziner Prof. Dr. Gerhard Trabert. „Die Menschen leben jetzt in einem Dauerstresszustand.“ Auch die Kinder zu sehen, sei schlimm.

Er erzählt von Kindern, „die nicht mehr reden, die vollkommen in sich gekehrt sind, vollkommen introvertiert oder die auch diese typischen Schaukelbewegungen machen, weil sie all das, was da geschehen ist“ nicht verstehen können.

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