Checkliste

Portemonnaie weg!? Diese fünf Nummern müssen Sie jetzt wählen

Eine Hand nimmt Geldscheine aus einem Portemonnaie
Bargeld, Bankkarten, Führerschein und Co. - wenn wir unseren Geldbeutel verlieren oder er gestohlen wird, kommen einige einige Telefonate auf uns zu.
picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Im Urlaub inmitten von Touristen, beim Feiern oder einfach aus Nachlässigkeit beim Einkaufen: Die Geldbörse zu verlieren, geht manchmal schneller, als wir denken. Auch wenn nicht immer ein Diebstahl dahinter steckt, sollten alle wichtigen Karten im Portemonnaie schnellstmöglich gesperrt werden. Nicht jeder gibt einen gefundenen Geldbeutel im Fundbüro ab und dann drohen leer geräumte Konten und Identitätsdiebstahl. Doch keine Panik! Wenn Sie die Nummern dieser Anlaufstellen im Kopf haben, bleibt der Schaden gering.

1. Die deutschlandweite Sperr-Hotline: +49 116 116

An allererster Stelle sollten nach dem Verlust des Portemonnaies ihre Bankkarten stehen. Das Bargeld kann Ihnen nicht ersetzt werden, doch ein weiterer Geldverlust, indem jemand Ihre Konten leer räumt, kann vermieden werden.

Deutschlandweit gilt hier die gleiche Sperrnummer, ganz egal bei welcher Bank Sie sind: 116 116. Wenn Sie sich im Ausland befinden, müssen Sie noch die Vorwahl für Deutschland +49 vor die Nummer setzen: +49 116 116.

Der Service ist das ganze Jahr, 24 Stunden täglich erreichbar und sperrt sämtliche Ihrer Bankkarten, zum Beispiel die Debitkarte und Kreditkarte, aber auch Ihren Personalausweis. Dafür müssen Sie sich allerdings ausweisen können. Heißt: Sie benötigen für die Sperrungen Ihrer Bankkarten Ihre IBAN sowie das Sperrkennwort, das Ihnen bei Ausstellung des Personalausweises postalisch mitgeteilt wurde. Falls Ihnen die Nummer doch entfällt oder Sie nicht sicher sind, welche Ausweisdokumente Sie brauchen, finden Sie alle Informationen auch auf der Website Ihrer Bank.

Lese-Tipp: Kommt 2023 das Aus für die EC-Karte? Was Verbraucher jetzt wissen sollten

Übrigens bieten viele Banken ihren Kunden Notfallbargeld an. Die Sparkasse wirbt mit einem Ausszahlungsservice an jeder Sparkassen-Filiale innerhalb von 24 Stunden, die Deutsche Bank wiederum zahlt ihren Kunden bis zu 1.500 Euro aus, je nach Kontoart.

Wie sieht's bei Ihnen aus?

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2. Den Polizei-Notruf: 110

Nach der Sperrung Ihrer Karten sollten Sie als Nächstes zur Polizei gehen. Egal ob es sich um einen Verlust oder einen Diebstahl handelt. Haben Sie Ihr Portemonnaie verloren, nehmen die Beamten eine Verlustanzeige auf. Wenn jemand den Geldbeutel findet und bei der Polizei abgibt, können die es so ans Fundbüro der Stadt weiterleiten, das Sie wiederum kontaktiert. So ist zumindest der Ablauf bei der Stadt Köln.

Sollten Sie einen Diebstahl vermuten, können Sie bei der Polizei wiederum eine Diebstahlanzeige erstatten und bekommen eine sogenannte „Diebstahlbescheinigung“. Die benötigen Sie zum Beispiel für die Verlustmeldung Ihres Führerscheins.

3. Die Nummer von Ihrem Bürgeramt

Auch wenn Sie Ihren Personalausweis bereits über die 116 116 gesperrt haben, müssen Sie dem Bürgeramt den Verlust der Karte melden. Die Stadt Düsseldorf hält es so, dass Sie persönlich erscheinen müssen, um den Verlust melden zu können, ein Termin ist nicht nötig. Die Stadt erklärt auch, wieso die persönliche Meldung über die Sperrhotline hinaus so wichtig ist.

Lese-Tipp: Auf diesem Weg könnten Sie bald Ihren neuen Ausweis bekommen

Zuerst einmal bekommen Sie sofort Ersatzpapiere, mit denen Sie sich ausweisen und bei der Polizei – wenn nötig – Anzeige erstatten können. Und dann wird Ihr verlorener Perso der internationalen kriminalpolizeilichen Organisation Interpol gemeldet. Deren weltweite Ausweis-Datenbank soll Identitätsdiebstahl verhindern und erhöht die Chancen, dass das Kärtchen auch im Ausland gefunden wird.

Gleiches gilt auch für Ihren Reisepass.

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4. Die Nummer der Führerschein- bzw. Zulassungsstelle

Führerschein
Wenn der Führerschein weg ist, kommt einiges an Papierkram und auf Sie zu.
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Bei der Führerschein- bzw. Zulassungsstelle sperren Sie Ihren Führerschein, melden den Verlust und beantragen den neuen Schein. Laut dem Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC), ist es hier besonders wichtig, ob ihr Führerschein gestohlen wurde oder ob Sie ihn verloren haben.

Ist Ersteres der Fall, müssen Sie den Diebstahl zuerst der Polizei melden. Die stellt eine sogenannte „Diebstahlbescheinigung“ aus, mit der Sie Ihren neuen Führerschein beantragen können. Wenn Sie den Führerschein verloren haben, müssen Sie – in den meisten Fällen – eine eidesstattliche Versicherung über den Verlust ablegen.

Lese-Tipp: Bei diesen Krankheiten droht der Führerscheinentzug!

Und: Wenn Sie den Verlust des Scheins nicht unverzüglich melden und sich Ersatzdokumente besorgen, droht laut dem aktuellen Bußgeldkatalog eine Strafe von zehn Euro. Bis Sie den neuen Führerschein haben, bekommen Sie einen vorläufigen Führerschein, der allerdings extra kostet. Wenn Sie den nicht in Anspruch nehmen wollen, dürfen Sie Ihr Auto allerdings nicht nutzen, bis der neue Führerschein eintrifft.

5. Die Nummer Ihrer Krankenkasse

Um Datenmissbrauch zu vermeiden, sollten Sie auch Ihre Krankenkasse sperren lassen. Viele Krankenkassen, wie zum Beispiel die Techniker Krankenkasse bieten dafür einen Online-Service an. Über den können Sie nicht nur den Verlust melden, sondern auch gleich die neue Krankenkassenkarte beantragen sowie Übergangspapiere sollte in der Zwischenzeit ein Arzttermin anstehen.

Was dann?

Wenn Sie die wichtigsten Karten gesperrt und alle wichtigen Behörden über den Verlust ihrer Geldbörse informiert haben, gehen Sie einmal im Kopf durch, was sich sonst noch in Ihrem Portemonnaie befunden hat. Auch Bahnkarten, die Mitgliedskarte vom Fitnessstudio, der Bibliotheksausweis, ja selbst die Schlüsselkarte vom Hotel enthalten sensible, persönliche Daten. Sie sollten gesperrt und ihr Verlust gemeldet werden.

Anschließend empfiehlt das Verbraucherportal „FinanceScout“ all die Orte abzugehen, wo Sie Ihre Geldbörse verloren haben könnten. Zum Beispiel Fundbüros, die es in jedem Bürgeramt, aber auch in Einkaufszentren und Hauptbahnhöfen gibt. Fragen Sie in den Restaurants und Clubs nach, die Sie an dem Tag vielleicht besucht haben, ob dort etwas gefunden oder abgegeben wurde.

Anschließend sollten Sie all Ihre verlorenen Karten neu beantragen, wenn nötig auch Übergangspapiere. Die meisten Neubeantragungen kosten allerdings Geld, auch wenn Sie im Zweifel nichts für den Verlust Ihres Portemonnaies können. Gerade beim Führerschein können Kosten auf Sie zukommen, der ADAC rechnet mit circa 70 Euro. Sollten Sie Ihren Führerschein im Ausland verloren haben und mit dem Auto wieder in Deutschland einreisen, drohe außerdem ein Bußgeld bei der Grenzübertretung. In Österreich belaufe sich das auf 36 Euro, Italien verlange wiederum 86 Euro. (jbü)