Ski-Weltmeister stirbt mit nur 30 Jahren

Dr. Specht zum plötzlichen Tod von Pavel Krotov: In Deutschland gibt es pro Jahr zehntausende Fälle

Olympics: Freestyle Skiing-Mens Aerials Final, Feb 18, 2018; Pyeongchang, South Korea; Pavel Krotov (OAR) reacts during the men s freestyle skiing aerials final during the Pyeongchang 2018 Olympic Winter games
Pavel Krotov bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang (Archivbild)
Imago Sportfotodienst

von Jan Luhrenberg

Er war doch noch so jung! Der Schock sitzt nach wie vor tief, nachdem der russische Ski-Weltmeister Pavel Krotov mit nur 30 Jahren plötzlich und überraschend gestorben ist. Und die Umstände seines Ablebens sind mehr als tragisch: Der Ski-Freestyler starb am 25. März im Schlaf – an einer Gehirnblutung. Doch was ist genau passiert? Und wie oft kommt so etwas vor?

Tod hätte nur schwer verhindert werden können

Die wahrscheinliche Ursache sei ein Aneurysma, erklärt Allgemeinarzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht auf Anfrage von RTL. Das heißt: Beim Sportler wäre in diesem Fall die Wand eines Blutgefäßes im Kopf geplatzt und Blut in den Schädel geströmt. Das Problem ist: Aneurysmen bleiben oft unerkannt und sind meist angeboren. Dass Krotov – ein aktiver und gesunder Weltklasse-Sportler – mit so jungen Jahren daran starb, sei ein schlimmes Schicksal und großes Pech.

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„Im Kopf ist diese Zeitbombe besonders gefährlich“, sagt Specht. Und zwar nicht nur wegen des immensen Blutverlustes, sondern auch weil sich der Schädel nicht ausdehnen könne. Das führe einerseits dazu, dass das Blut und somit der Sauerstoff nicht mehr da ankomme, wo es benötigt werde. Andererseits entstehe ein großer Druck auf das Hirngewebe.

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Das besonders Bittere: Der Tod von Krotov hätte vermutlich nicht verhindert werden können. Da der Russe schlief, bemerkte er die heftigen Kopfschmerzen nicht, die üblicherweise bei einem Aneurysma auftreten. Und ihm konnte auch nicht schnell geholfen werden. Specht: „Wenn ein Aneurysma nicht sofort in einer Klinik versorgt wird, dann führt das sehr häufig zum Tod.“

Experte klärt interessante Fragen zu Nahtoderfahrungen Dr. Specht im Interview
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Dr. Specht im Interview
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15.000 Fälle in Deutschland pro Jahr

Das krasse Schicksal von Krotov ist aber bei weitem kein Einzelfall! Studien sagen aus, dass rund zwei Prozent der Gesamtbevölkerung ein Hirnaneurysma hat – und somit eine Zeitbombe im Kopf trägt. Doch nicht bei allen platzt das Gefäß auch wirklich. Das passiert in Deutschland jedoch rund 15.000 Menschen im Jahr – und somit schon relativ vielen.

Sicherheit können nur Vorsorgeuntersuchungen geben, bei denen Ärzte Aneurysmen erkennen. Für Krotov kam aber jede Hilfe zu spät...