Passagieren droht weiter Flugchaos – Lösung im Tarifstreik nicht in Sicht

10. Februar 2016 - 21:03 Uhr

Bislang 41.000 Passagiere betroffen

Der Streik des Flugsicherheitspersonals geht in die nächste Runde. Nachdem die Beschäftigten den Flugverkehr in Düsseldorf und Hamburg am Donnerstag weitgehend lahmgelegt haben, soll ein weiterer ganztägiger Streik in Hamburg und Köln/Bonn am Freitag folgen. In Hamburg sind 179 Ankünfte und Abflüge betroffen. In Köln/Bonn stehen 97 Abflüge mit 10.000 Passagieren auf dem Flugplan.

Schlange,Streik, Flughafen Hamburg
Die Flugpassagiere in Hamburg müssen sich auf einen weiteren Streik-Tag einstellen.
© dpa, Axel Heimken

Die Gewerkschaft Verdi fordert mindestens 14,50 Euro pro Stunde für die Angestellten an den Sicherheitsschleusen. Solange keine Einigung erzielt wird, müssen Zehntausende Reisende weiter mit Verspätungen und Flugausfällen rechnen.

In Düsseldorf annullierten die Fluggesellschaften am Donnerstag 200 Abflüge und 67 Ankünfte. Rund 24.000 Passagiere seien vom Streik am drittgrößten deutschen Flughafen betroffen gewesen, sagte ein Sprecher des Flughafens. In Hamburg seien mehr als die Hälfte der 179 geplanten Abflüge gestrichen worden, teilte eine Sprecherin mit. Nur drei der 40 Sicherheitsschleusen fertigten Reisende ab.

Verdi: Es gibt immer noch kein verbessertes Angebot

An den Hamburger Sicherheitskontrollen bildeten sich lange Schlangen bis in die Terminals hinein. Viele Fluggäste warteten stundenlang am Flughafen in der Hoffnung, ihr Reiseziel trotz des Streiks zu erreichen.

Obwohl der Streik angekündigt worden war und die Passagiere damit die Chance hatten, sich auf die Behinderungen einzustellen, werteten die Verdi-Sprecher die Aktion als Erfolg. Die Gewerkschaft warf dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft vor, die Streiks bewusst zu provozieren und leichtfertig Schäden zu verursachen. Es gebe immer noch kein verbessertes Angebot der privaten Sicherheitsdienste.

Fast alle Beschäftigten hätten sich an den vorübergehenden Arbeitsniederlegungen beteiligt, hieß es aus Hamburg und Düsseldorf. Bereits im Januar hatten Arbeitsniederlegungen an den Sicherheitsschleusen für lange Warteschlangen und Hunderte Flugausfälle gesorgt.