Der Todespfleger von WürselenHat Ulrich S. noch viel mehr Menschen getötet? 120 neue Verdachtsfälle

Wie viele Menschen hat Todespfleger Ulrich S. (45) wirklich getötet?
Im November 2025 wurde er für den Mord an zehn Patienten verurteilt. Jetzt der Verdacht: Es gibt viel mehr Opfer.
46 Exhumierungen
Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen in mehr als 120 weiteren Verdachtsfällen, teilte eine Sprecherin auf mit. Bislang seien allein im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit in Würselen 39 Leichen exhumiert worden. Dazu kommen sieben weitere.
Im Video: Neue Verdachtsfälle bereits im Januar
Noch mehr Todesfälle möglich
Für zehn Taten zwischen Dezember 2023 und Mai 2024 war Ulrich S. schon verurteilt worden. Das Aachener Landgericht hatte den Ex-Pfleger im vergangenen November wegen zehnfachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest – eine Freilassung nach 15 Jahren ist damit in der Regel ausgeschlossen. Laut Urteil hatte der Mann während seiner Nachtschichten in einer Klinik in Würselen schwer kranken Menschen eigenmächtig überhöhte Mengen an Beruhigungsmitteln verabreicht – teils in Kombination mit Schmerzmitteln und teilweise auch mehrfach. Auslöser sollen ein persönliches Störgefühl und eine eigene Vorstellung von Ordnung gewesen sein. Der Pfleger hatte die Vorwürfe im Prozess zurückgewiesen.
Bei den aktuellen Ermittlungen geht es um mögliche Tötungsdelikte vor diesem Zeitraum. Der Mann hatte bereits seit 2020 an der Klinik in Würselen gearbeitet. „Die Ermittlungen reichen derzeit bis September 2022 zurück”, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es könnten also noch weitere Verdachtsfälle hinzukommen.
Die ebenfalls ermittelnde Kölner Staatsanwaltschaft hat nach Angaben eines Sprechers inzwischen sieben Leichen exhumieren lassen. Ulrich S. hatte vor 2020 in den Kliniken Köln gearbeitet. Auch dort gibt es ungeklärte Todesfälle.
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Neue Anklage nicht mehr in diesem Jahr
Die Aachener Staatsanwaltschaft hatte schon nach dem Urteil angekündigt, dass sie voraussichtlich eine weitere Anklage gegen den Pfleger erheben werde. Wann es so weit ist, sei derzeit nicht absehbar, sagte die Sprecherin nun. „Vermutlich im Laufe des nächsten Jahres.”
Die Staatsanwaltschaft in Köln ermittelt ebenfalls wegen möglicher Tötungsdelikte. Denn der Mann hatte bis 2020 in einer Kölner Klinik gearbeitet. „Die sehr komplexen Ermittlungen werden noch viel Zeit in Anspruch nehmen”, teilte der Sprecher mit.
Verwendete Quellen: dpa
































