Stiftung Warentest warnt

Papier-Trinkhalme: Möglicherweise krebserregender Schadstoff gefunden

Kind trinkt aus Papier-Trinkhalm
Gerade für Kinder können manche Papier-Strohhalme eine Gesundheitsgefahr bergen.
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Plastikfrei, aber gefährlich? Papierhalme in der Kritik

Seit dem 3. Juli sind Plastik-Einwegprodukte, darunter auch Trinkhalme, in Deutschland verboten. Seitdem bekommt man in Cafés, Bars oder im Supermarkt vermehrt Alternativen aus Papier angeboten. Die sind zwar schön bunt, können aber offenbar vor allem der Gesundheit von Kindern schaden: In diversen Untersuchungen wurde in vielen Proben der möglicherweise krebserregende Stoff 3-MCPD gefunden.

Problem steckt in festigenden Harzen

Wer einmal einen sich auflösenden Papierhalm im Mund hatte, kennt das Problem: Das Material ist zwar plastikfrei, hat aber seine Schwächen. Wie Stiftung Warentest erklärt, setzen Hersteller dem Papier deshalb in der Regel festigende Harze zu, damit sie auch nass stabil und reißfest bleiben. Doch diese können Schadstoffe in die Getränke abgeben, die wir lieber nicht zu uns nehmen sollten.

In einer Untersuchung des Konsumentenschutzes der Arbeitskammer Österreich enthielten alle elf geprüften Papier-Trinkhalme 3-MCPD. Der Stoff kommt auch in raffinierten Ölen und Fetten sowie in Sojasoße und bestimmten Getreideprodukten vor. Laut dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR), das den täglichen Höchstwert mit 0,8 Mikrogramm je Kilogramm (µg/kg) Körpergewicht angibt, entsteht vor allem für Kinder und Säuglinge durch eine langfristig erhöhte Aufnahme von 3-MCPD eine gesundheitliche Gefahr. Tierversuche zeigten, dass die Substanz möglicherweise krebserregend ist.

BfR fordert gründliche Kontrollen

Auch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (Cvua-Mel) fand laut Stiftung Warentest in knapp der Hälfte von 64 Papierhalmen Werte von 3-MCPD, die über dem Richtwert des BfR lagen. In jedem fünften Produkt wurde außerdem 1,3-DCP (Dichlorpropanol) festgestellt, das ebenfalls möglicherweise Krebs erzeugen kann.

Wie das BfR erklärt, ist das Risiko, dass schädliche Stoffe in Getränke übergehen, abhängig von der Qualität der verwendeten Harze. Eine gründliche Kontrolle in der Produktion sei deshalb besonders wichtig.

Wer Papier-Trinkhalme meiden will, hat diverse andere Optionen – so etwa Mehrweg-Halme aus Glas oder Metall oder essbare Halme. Wie praktisch und sicher diese sind, hat Stiftung Warentest bereits getestet. (rka)