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Familien erzählen

Ostern fällt aus - was bedeutet das für uns?

Mit der ganzen Familie Eier bemalen? Auch 2021 wird das Osterfest anders aussehen als gewohnt.
Mit der ganzen Familie Eier bemalen? Auch 2021 wird das Osterfest anders aussehen als gewohnt.
© imago images/Panthermedia, Madhourse via www.imago-images.de, www.imago-images.de

24. März 2021 - 7:44 Uhr

Ein weiteres Jahr ohne Ostern

Am Dienstag saßen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten mal wieder bis spät in die Nacht zusammen. Nun ist es beschlossene Sache: Auch Ostern 2021 fällt ins Wasser. Der Lockdown wird mindestens bis zum 18. April verlängert und über die Ostertage teilweise sogar verschärft. Somit sind nur Zusammenkünfte mit Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt erlaubt, Außengastronomien und Geschäfte haben zu schließen. Auch von Reisen wird abgeraten. Für einige Familien bedeutet dies: Planänderung. Und ein weiteres, sehr abgewandeltes Osterfest. Wir haben mit Betroffenen gesprochen.

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Susann Bukovsky (35), Mutter von drei Kindern aus Leuna

Wie sah Ostern bei Ihnen normalerweise aus?

"Wir haben ein großes Grundstück und haben dort mit den Großeltern und meinem Bruder mit seiner Frau und den Kindern gefeiert, im Garten Eier gesucht und ein gemeinsames Osteressen veranstaltet, das war immer eine große Familienzusammenkunft."

Wie feiern Sie nach den neuen Beschlüssen Ostern dieses Jahr?

"Zusätzlich zum Osterfest haben die Zwillinge dieses Jahr an Gründonnerstag Geburtstag, da sollten eigentlich alle zusammen kommen. Wir wollten quasi nicht nur Ostern, sondern auch den Geburtstag groß feiern. Jetzt kommen zumindest meine Schwiegermama und meine Eltern, wir sind also drei Haushalte, aber das muss sein. Vielleicht kommt mein Bruder mit seiner Familie separat an einem anderen Tag, das auf mehrere Tage aufzuteilen, darf man ja wiederum. Aber wir sind nur alle zusammen an Ostern oder am Geburtstag glücklich."

Wie fühlen Sie sich damit?

"Ich bin nur noch genervt von diesen Regeln, man plant, seine Familie an solchen wichtigen Tagen endlich wieder zusammenzuführen und dann wird es einem wieder genommen. Ich hätte es eher verstanden, wenn man Ostern noch feiern darf und danach wieder in den Lockdown geht. Jetzt darf man vor allem nicht mal einkaufen, wie soll man denn für fünf Tage für eine fünfköpfige Familie Essen bunkern? Noch dazu werden an dem offenen Samstag doch dann die Läden überrannt und nichts ist mit Abständen. Da fühlt man sich verarscht."

Was sind Ihre Hoffnungen fürs nächste Osterfest?

"Ich schaue noch gar nicht ins neue Jahr, die Zukunft ist so unsicher. Mir ist es erstmal wichtig, dass irgendwie wichtige Ereignisse wie Schulanfang oder der 60. Geburtstag meiner Mama stattfinden können. Aber ins nächste Jahr möchte ich eigentlich noch gar nicht schauen."

Lese-Tipp: Der große Oster-Corona-Knigge: Was darf ich - und was nicht?

Tanja Scheiber (23), Studentin aus Berlin

Wie sieht Ostern bei Ihnen normalerweise aus?

"Normalerweise fahre ich in die Heimat zu meiner Familie. Dort wird erst die Familie väterlicherseits abgeklappert und dann die mütterlicherseits. Wir feiern schön mit der Familie, es wird groß gegessen und wir suchen ganz klassisch im Garten nach Ostergeschenken. Allgemein genießen wir alle die Zeit mit der Familie und ein bisschen Ruhe über die Feiertage."

Wie feiern Sie nach den neuen Beschlüssen Ostern dieses Jahr?

"Wir haben tatsächlich letztes Jahr schon komplett auf Ostern verzichtet, ich bin alleine in Berlin geblieben und habe meine Familie nicht gesehen, das war ein total komisches Gefühl. Dieses Jahr sind wir nicht mehr so streng, wir feiern zusammen wenn auch in einem kleineren Kreis. Allerdings sind bei uns die meisten auch schon geimpft und die, die nicht geimpft sind, machen Schnelltests. Es herrschen also Vorsichtsmaßnahmen, aber wir lassen uns dieses Jahr das Osterfest nicht nochmal nehmen."

Wie fühlen Sie sich damit?

"Ist immer noch ein bisschen komisch, aber langsam hat man sich dran gewöhnt. Allerdings verstehe ich beispielsweise die Regel mit den Supermärkten nicht, die sind doch dann am Samstag völlig überlaufen. Allgemein verstehe ich die Regelungen langsam nicht mehr und hab auch gar keinen Überblick mehr."

Was sind Ihre Hoffnungen fürs nächste Osterfest?

"Ich glaube leider nicht wirklich dran, dass bis Ende des Jahres alle geimpft sind und nächstes Jahr alles wieder normal ist. Ich befürchte aber, dass die Leute mehr und mehr genervt sind von den Regelungen und der Regierung."

Jens Hirschmann (54), Vater von zwei erwachsenen Kindern aus Leipzig

Wie sieht Ostern bei Ihnen normalerweise aus?

"Normalerweise fahren wir mit unseren beiden erwachsenen Kindern nach Bayern zu meinen Schwiegereltern. Die haben dort einen Bauernhof und da ist zu Ostern die komplette Großfamilie am Start. Dort werden dann auf dem großen Hof Ostereier gesucht und wir machen Spieleabende. Wenn ich so nachzähle, sind wir normalerweise schon um die 20 Leute. Es kommen alle Generationen zusammen, vom Baby bis zum Opa."

Wie feiern Sie nach den neuen Beschlüssen Ostern dieses Jahr?

"Dieses Jahr feiern wir nur im allerkleinsten Kreis mit unseren Kindern. Die sind aber schon groß, deswegen werden da wohl keine Ostereier gesucht. Wir freuen uns trotzdem mit den Kindern zusammen zu sein."

Wie fühlen Sie sich damit?

"Letztes Jahr sind Ostern und Weihnachten ja auch schon ausgefallen, das ist jetzt also schon das dritte große Familienfest. Das ist natürlich schade, man weiß ja auch nicht, wie lange die Großeltern noch fit sind."

Was sind Ihre Hoffnungen fürs nächste Osterfest?

"Hoffnungen, dass es wieder so wird, wie man es von früher kennt, sind natürlich da, aber ob das realistisch ist, kann und mag man gar nicht mehr einschätzen."

Beatrix Hellwig (41), Mutter von vier Kindern aus Frankfurt am Main

Wie sieht Ostern bei Ihnen normalerweise aus? Wie feiern Sie im Gegensatz dazu dieses Jahr?

"Wir wollten eigentlich nach Hamburg zu der Familie fahren, letztes Jahr musste das schon ausfallen. Die Kinder haben sich so gefreut. Nun müssen wir wohl zwangsweise wieder zu Hause bleiben. Nach monatelangem Lockdown, Homeschoolig, Quarantäne-Wochen wäre etwas Abwechslung für meine vier Kinder sehr schön gewesen."

Wie fühlen Sie sich damit?

"Es ist ein Armutszeugnis aus der Politik. Die Infektionszahlen steigen bundesweit an, aber sollte nicht endlich differenzierter betrachtet werden? Da die Politik ihre Hausaufgaben nicht erledigt hat (Impfen, ausreichend Tests zur Verfügung stellen, Risikogruppen schützen), wird wieder ein komplettes Land runtergefahren und meine Kinder und ich, wie so viele andere Menschen, müssen für die Versäumnisse der Politik zahlen. Die älteren Deutschen dürfen geimpft und frisch frisiert nach Mallorca fliegen. Wir aber sollen zu Hause verharren, um die Pandemie einzudämmen. Ich gönne allen Mallorca-Reisenden den Urlaub, aber das versteht niemand. Deutschland schleppt sich von einem Lockdown zum nächsten, statt endlich innovative Lösungen zu finden. Wir brauchen keine drakonischen Maßnahmen. Sie bringen keinen zusätzlichen Nutzen. Social Distancing, Masken, die Vermeidung von Menschenansammlungen, Hygieneregeln, all das ist sehr sinnvoll. Darüber hinaus muss man die Risikogruppen schützen. Osterurlaub wäre somit in Ordnung und so langsam auch wirklich notwendig für die Stimmung der Deutschen."

Was sind Ihre Hoffnungen fürs nächste Osterfest?

"Werden wir auch Ostern 2022 im Lockdown verbringen? Wenn nicht bald ein Umdenken aus Berlin kommt, dann sehe ich kein grünes Licht für die nächsten Wochen und Monate."

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